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Mitteilungen November - Dezember 2006


Eröffnungsrede Museum X

Jahresgaben

Manuel Graf im Museum X

Exkursion nach Düsseldorf

Reisebericht: Moskau

Buchvorstellung

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Veranstaltungen





Eröffnungsrede Museum X
Kurzlebigkeit - Vergänglichkeit - Vergesslichkeit
Gedanken zur Eröffnung des Museum X am 16.9.2006

Kurzlebigkeit wird von vielen als besonderes Kennzeichen unserer Zeit empfunden. Nicht im Hinblick auf die Dauer des Lebens, denn nie zuvor erreichten die Menschen unseres Kulturkreises ein so hohes mittleres Lebensalter wie jetzt. Sehr wohl aber hinsichtlich der Dauerhaftigkeit von Werten, menschlichen Überzeugungen und Beziehungen, technischen Errungenschaften.
Vergänglichkeit scheint die Kehrseite der Medaille zu sein. Vergänglichkeit, der sogar die Sandsteinfassade des Museums Abteiberg in atemberaubender Geschwindigkeit zum Opfer fiel: Wer hätte es denn bei der Eröffnung 1982 ernsthaft für möglich gehalten, dass nur 24 Jahre später dieses Museum für mehr als ein Jahr geschlossen werden müsste, um die Spuren der Zähne unserer Zeit zu beseitigen, die mittlerweile bereits bestandsgefährdende Ausmaße angenommen haben? - Dank gebührt allen, die dies erkannt haben und die politischen, wirtschaftlichen und technischen Grundlagen dafür schufen, dass das Museum Abteiberg im Herbst kommenden Jahres wieder in neuem Glanz erstrahlt.
Bedrohlicher als die materielle Vergänglichkeit scheint mir aber die geistige Vergänglichkeit - die Vergesslichkeit! Hier ist das Museum X angesiedelt, das wir heute für eine begrenzte Zeit eröffnen. Es soll das Museum Abteiberg in unser aller Bewusstsein erhalten und möglichst vielen Menschen von Stadt und Umland neu ins Bewusstsein bringen. Der Museumsverein beteiligt sich deshalb gerne auch finanziell an der Realisierung dieses aufregenden Projektes. Unser Dank dafür geht an Frau Titz und alle anderen, die nun schon über Monate daran gearbeitet haben.
Kultur ist beständiger Kampf gegen das Vergessen! Dies können wir lernen auch
aus unserer europäischen Geschichte: Das 19. Jahrhundert war dasjenige, in dem so viele gotische Kathedralen fertiggestellt wurden, wie nie zuvor. Jahrhunderte alte Pläne wurden vor dem Vergessen bewahrt und dienten als Grundlage für die Vollendung all der Dome, zu denen wir Heutigen immer noch mit Bewunderung aufblicken.
Dem Museum Abteiberg ist zu wünschen, dass ihm nicht das Schicksal manch gotischen Domes zuteil wird. Hans Holleins Pläne für den 2. Bauabschnitt wurden im Auftrage des Rates dieser Stadt schon vor einigen Jahren im Konzept fertiggestellt. Sie umzusetzen sollten wir nicht von zukünftigen Generationen erhoffen. Die Kurzlebigkeit unserer und wohl auch zukünftiger Zeiten würde dies verhindern.

Prof. Hans Dieter Jakubowski
Mitglied des Beirats

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Jahresgaben

2006 / 2007 - das ist kein gewöhnliches Jahr für das Museum Abteiberg; es ist eine Ausnahmesituation. Aus Anlass der besonderen Zeiten von Sanierung und Schließung unterbreitet der Museumsverein seinen Mitgliedern ein außergewöhnliches Angebot, das er unter herkömmlichen Bedingungen wohl kaum in Erwägung gezogen hätte, und das der Einmaligkeit der jetzigen Situation Rechnung trägt.
So hat sich der Museumsverein dazu entschlossen, in diesem Herbst keine neuen Jahresgaben herauszugeben, sondern die Mitglieder einzuladen, sich stattdessen an einer Sonderaktion zu beteiligen.
Für die Zeit vom 1. November 2006 bis zum 31. Januar 2007 bieten wir den Mitgliedern ausgewählte Jahresgaben früherer Jahre zu deutlich ermäßigten Preisen an.
Aus diesem Grund versenden wir - wie gewohnt - ein Jahresgabenheft, in dem alle zur Zeit noch erhältlichen Jahresgaben einschließlich der regulären Verkaufspreise verzeichnet sind. Daran hat sich nichts geändert.
Auf dem beigelegten Bestellschein, der auf die Angaben in dem Heft Bezug nimmt, sind die Jahresgaben, die vorübergehend - und zwar ausschließlich in jenem genannten, befristeten Zeitraum - zu reduzierten Preisen zu erwerben sind, optisch hervorgehoben.
Das Jahresgabenheft behält also auch nach Ablauf der Frist für die Sonderaktion seine Gültigkeit.
Wir hoffen, dass unser Angebot auf ein möglichst großes Interesse stoßen wird. Für das Jubiläumsjahr 2007 ist dann wieder die Herausgabe neuer Jahresgaben geplant.

Hannelore Kersting

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MANUEL GRAF im Museum X
28. Oktober 2006 - 7. Januar 2007
Über die aus der Zukunft fließende Zeit Eröffnung: Samstag, 28. Oktober, 18 Uhr
Woher kommt die Kunst? oder: Die Blüte des Menschen Eröffnung: Samstag, 2. Dezember, 18 Uhr

Der in Düsseldorf lebende Künstler Manuel Graf (*1978) verwandelt das Foyer des Museum X in einen Projektionsraum, der unerwartete Lehrstunden über die Geschichte von Mensch, Architektur und Kunst präsentiert. Zunächst wird die Filmanimation "Über die aus der Zukunft fließende Zeit" (10 Min. Loop) gezeigt, anschließend folgt die Erstaufführung eines zur Zeit entstehenden neuen Videos "Woher kommt die Kunst? oder: Die Blüte des Menschen", dessen skulpturale Requisiten ebenfalls Teil der Präsentation werden.
In seinen ersten animierten Videoarbeiten und Skulpturen beschäftigte sich Manuel Graf mit Architektur in all ihren Ausformungen und Bedeutungsebenen, sei es physisch, psychologisch, ideologisch oder spirituell. Ihn interessierte die andauernde Faszination einer "alten Idee". In seiner Arbeit "1000 Jahre sind ein Tag" von 2005 ließ er Architekturen aus verschiedenen Epochen durch eine Art universellen Raum fliegen und stellte damit eine Gleichzeitigkeit durch die Zeit her. In der Arbeit "PingPong" nutzte er das "Endless House" von Friedrich Kiesler als Zeitmaschine (und reale Skulptur), um aus der Vergangenheit in die Gegenwart transportiert zu werden. Die in der Animation vorkommenden Architekturen, z.B. des ersten Goetheanums von Rudolf Steiner, durchliefen in diesem Prozess mehrere Metamorphosen.
In seiner 2006 entstandenen Arbeit "Über die aus der Zukunft fließende Zeit" berichtet Manuel Grafs ehemaliger Lehrer Herr Wallat. Der Titel manifestiert sich zunächst durch eine Animation von Frank Lloyd Wrights "Falling Waters". Danach folgt eine Grafik der Düsseldorfer Theodor-Heuss-Brücke, von der (als gegenwärtigem Standpunkt) ein Stück "Jetzt" abbricht und in das Dach einer Animation von Ledoux? Schleusenwärterhaus fällt. Von dort führt uns Manuel Graf zu dem Vortrag "Ekkehard Wallat über eine Evolutionstheorie nach O.H. Schindewolf" (einem Zeitgenossen Darwins). Herr Wallat spricht über den Alterungsprozess anhand von Kindheits- und Altersschädeln von Australopithecus, Pithecanthropus und Neanderthaler bis zum Homo Sapiens. Die Theorie besagt, dass der Alterungsprozess von den jeweiligen Kindheitsschädeln der unterschiedlichen Spezies zu deren Altersschädeln linear verläuft, von feiner und
kleiner zu gröber und ausgeprägter.
Von Australopithecus bis zum modernen Menschen verhält es sich jedoch umgekehrt, hier verläuft die Entwickelung rückläufig. Vergleicht man einen Altersschädel des Australopithecus mit einem Altersschädel des Homo Sapiens, so ist es als ob man einen Kindheitsschädel mit einem Altersschädel vergleicht. Es hat eine "Verjüngung" stattgefunden. Während Herr Wallat diese Theorie darlegt, erscheinen Animationen der jeweiligen Schädel und ihrer Entwicklungsrichtungen. Im zweiten Teil der Arbeit erklärt Herr Wallat die gleiche Theorie anhand des Pflanzenwachstums. Währenddessen materialisieren sich auf poetische und magische Weise die angesprochenen Prozesse aus seinen Händen. Zusammenfassend gibt uns Herr Wallat mit auf den Weg, dass es zwei Richtungen gibt in denen die Zeit verläuft: "alt werden" - "jung werden". Diese Fließrichtungen der Zeit werden veranschaulicht durch abstrakte spiralförmige und sternförmige Muster. Am Ende erhebt sich das Stück "Jetzt" aus dem Dach des Schleusenwärterhauses und Coldplay singen "I'm going back to the start".
Die neue Arbeit "Woher kommt die Kunst? oder: Die Blüte des Menschen" treibt die Theorie der "aus der Zukunft fließenden Zeit" weiter in eine Erörterung der Herkunft von Kunst. Ausgehend von der bereits zuvor von Herrn Wallat dargelegten Überlegung, wonach die Blüte einer Pflanze vielleicht gar nicht aus der Pflanze selbst entsteht, sondern vom Schmetterling (als Teil der beseelten Welt) an die Pflanze herangetragen wird, stellt Graf philosophische Modelle über die Entstehung von Kunst auf: Ist Kunst ein Ergebnis aus schon bestehender Schönheit bzw. Kunst - und schöpft sie demnach aus dem Vergangenen? Oder zieht der Künstler die Kunst aus der Zukunft in die Gegenwart hinein - das Kunstwerk ist ja erst sinnlich wahrnehmbar, wenn es fertig ist, im Gegensatz zu technischen Dingen wie einer Brücke, bei der vor dem Bau bereits die gesamte Konstruktion feststehen muss ... ? "Wie kommt Neues in die Welt?" Aus der Welt selber oder wird es vielleicht doch von Außen an sie herangetragen. Der neue Film arbeitet mit kleinen Bühnensituationen, die ebenfalls im Museum X zu sehen sein werden. Die modellhafte Verkleinerung ist, so Graf über seine Arbeit, eine Ebene, in der "es einem niemand krumm nehmen kann, wenn ich mit der Vergangenheit und der Zukunft umgehe wie mit Äpfeln und Birnen".

Susanne Titz

Nach der zweiten Eröffnung findet als Matinée ein Künstlergespräch mit Manuel Graf und Ekkehard Wallat im Museum X statt: Sonntag, 3. Dezember, 12 Uhr.

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Exkursion
Samstag, 2. Dezember 2006
Düsseldorf, Museum Kunst Palast - Caravaggio. Auf den Spuren eines Genies
Atelierbesuch ROTAR

Erst im vergangenen Mai besuchte der Museumsverein die Ausstellung "Rembrandt - Caravaggio" in Amsterdam, um an der künstlerischen Konfrontation zweier Meister des "Hell-Dunkel-Kontrastes" teilzunehmen. Nun besteht in Düsseldorf die Möglichkeit, abermals dem Werk des italienischen Malers Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610) aus einem anderem Blickwinkel zu begegnen. Erstmals in Deutschland wird dem Meister des italienischen Frühbarock eine eigene Ausstellung gewidmet, die sich ausschließlich auf die Bilderfindungen Caravaggios konzentriert. Die Schau mit über 30 Gemälden aus den verschiedenen Schaffensphasen des Malers richtet den Blick auf jene Bildmotive, die schon zu Lebzeiten Caravaggios nachgeahmt und variiert wurden. Seine Werke, darunter "Die Gefangenname Christi", "Der büßende Hironymus" sowie "Johannes der Täufer", revolutionierten die Malerei des frühen 17. Jahrhunderts und führten in ganz Europa zu einer nach ihm benannten Strömung innerhalb der Barockmalerei, dem "Caravaggismo". Vor dem Hintergrund der Fragestellung von Original, Variante und Kopie aus eigener und fremder Hand gibt die Düsseldorfer Ausstellung und der begleitende umfangreiche Katalog neue Einblicke in das Abenteuer der kunsthistorischen Forschung. Der unvoreingenommenen Gegenüberstellung der Werke liegt der Versuch zu Grunde, die seit Jahrzehnten andauernde Debatte um die Urheberschaft bei Caravaggio zu dekonstruieren und seine revolutionären Bilderfindungen in den Vordergrund zu stellen.
Nach einer Führung durch die Ausstellung ist ausreichend Zeit für eine Mittagspause im Museumscafé oder einem der zahlreichen Restaurants der nahegelegenen Altstadt vorgesehen, bevor es weitergeht zum Atelier des 1999 in Düsseldorf verstorbenen Künstlers Rotar. 1926 in Berlin geboren, fand Rotar bereits Anfang der 50er Jahre richtungsweisenden Anschluss zu Architekten, Galeristen und Künstlern wie Ernst Wilhelm Nay, Wolfgang Ketterer, Mies van der Rohe, Joseph Beuys, James Lee Byars, Günther Uecker oder Yves Klein. Rotar gehört zu den wichtigen Künstlern der Gegenwart, wenngleich er nur einem kleinen Kreis Kunst-interessierter bekannt ist. Sein künstlerisches Werk markiert eine singuläre und bis heute kaum erforschte Position innerhalb des zeitgenössischen Kunstgeschehens.
Es ist ein eher stilles aber radikales Werk analog seinem introvertierten Leben. Die Kunstkritik titulierte Rotar einst als einen "Magier der Spirale". Tatsächlich beschäftigte sich der Maler seit seinen künstlerischen Anfängen um 1960 fast ausschließlich mit dem Thema der Spirale. Es sind dynamische, ausgreifende, wirbelnde oder in einem Kreis endende Spiralformen, sich ausdehnend oder zusammenziehend. Die Spirale war für Rotar das Motiv, in dem sich "Raum" und "Zeit" am eindringlichsten verbinden und visuell umsetzen ließen. Sein großes Atelier in den Räumen einer ehemaligen Grundschule erlaubt bis heute einen guten Einblick in die geistige wie auch praktische Auseinandersetzung Rotars mit der Kunst. Die Kunsthistorikerin und Nachlassbetreuerin Dr. Ingrid Skiebe hat sich bereit erklärt, dem Museumsverein vor Ort exklusiven Einblick in das Werk Rotars zu gewähren.

Christian Krausch

Abfahrt: 09.30 Uhr, Rheydt, Sonderbushaltestelle Hauptbahnhof
09.45 Uhr Kaiser Friedrich Halle


10.30 Uhr Führung durch die Ausstellung "Caravaggio"


Mittagspause ca. 12.30 Uhr


14.00 Uhr Weiterfahrt zum Atelier von Rotar


Rückfahrt: ca. 16.00 Uhr


Begleitung: Dr. Christian Krausch


Preis: 37,50 Euro


Anmeldung: ab sofort im Sekretariat des Museumsvereins, Tel.: 02161 - 252647, Mo.- Do. von 9 - 13 Uhr, sonst Anruf-beantworter, per Fax: 02161 - 252659,
E-Mail c.krausch@museumsverein-moenchengladbach.de oder schriftlich.


Hotline für den Tag der Reise: 0177 - 7368528 (Krausch)


Bitte überweisen Sie den Kostenbeitrag sofort nach erfolgter Anmeldung auf eines der Konten des Museumsvereins.

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Reisebericht
Moskau und der Goldene Ring

Die Reisegruppe in Russland, Foto: Doris Christmann
Die Reisegruppe in Russland, Foto: Doris Christmann

Unsere Reise vom 13. bis 20.9. führte 25 Teilnehmer in einen wirklich goldenen September Russlands. Der erste Morgen in Moskau war ausgefüllt mit reichen Eindrücken einer Stadtrundfahrt. Historisches Erbe, auf dem Roten - dem Schönen - Platz mit der Basiliuskathedrale mischte sich mit den Eindrücken des neuen Kapitalismus im Kaufhaus GUM und den nicht endenden Handykontakten unserer Reiseführerin Nina zwecks Organisation von Ballett- und Zirkuskarten zu Schwarzmarktpreisen. Die Geschichte um die von Stalin zerstörte und nun wieder aufgebaute monumentale Erlöserkathedrale skizzierte auch die neuere Geschichte der russisch orthodoxen Kirche. Die Tretjakov-Galerie am Nachmittag bot in der reichen Kunstsammlung russischer Herkunft auch eine Einführung in die Geschichte des Landes. Am folgenden Tag stand der Kreml auf dem Programm. Die überwältigende Sammlung der Rüstkammer zeugt von Macht und Größe des Zarenreiches, die Kathedralen von der engen Verbindung dieses Landes mit seiner Kirche. Das Neujungfrauenkloster erzählt in seinen Bauten, Wandmalereien und Ikonen von der Religiosität zugleich aber auch von den Ränken der Mächtigen, die hier mehrfach unliebsame Ehefrauen und Schwestern verschwinden ließen. Das Puschkin Museum, das wir am Nachmittag besuchten, wollte bei seiner Gründung den Menschen Moskaus die Kunst der Welt nahe bringen und tut es bis heute in großer Reichhaltigkeit über alle Epochen hinweg. Rubeljows Ikonen und das Museum für Moderne Kunst schlossen dann am nächsten Tag unser Moskauprogramm ab.
Außerhalb Moskaus auf dem Weg zum Goldenen Ring durchquerten wir immer dünner besiedelte Landschaften. Unser erstes Ziel war Bogoljubowo, wo wir im Kloster Mariä Geburt Spuren russisch-deutscher Romanik bewundern konnten. Auch begegnete uns hier die ausgeprägte russische Volksfrömmigkeit. Zu Fuß ging es zur Mariä-Schutz Kirche, einem romanischen Kleinod in den Auen des Nerlflusses. Ihr reicher Reliefschmuck wurde noch übertroffen von dem der Demetrius-Kathedrale in Wladimir, das wir als nächstes ansteuerten. In der Mariä-Entschlafens Kathedrale besuchten wir eine der Wirkstätten Andrej Rubljows, die einen reichen Freskenschmuck verschiedenen Jahrhunderte bietet. Unser Ziel am Abend war Susdal. Die denkmalgeschützte Stadt wird von den Türmen der zahllosen Kirchen und Klöstern dominiert. Die Wunden der kommunistischen Barbarei sind noch sichtbar, zugleich aber erstehen viele Bauten in neuem Glanz und auch das klösterliche Leben kehrt zurück. In der Kathedrale des Susdaler Kreml beeindrucken vor allem die goldenen Türen aus dem 13. Jh. Der Metropolitenpalast hielt neben architektonischen Eindrücken auch gute typisch russische Küche für uns bereit. Nach einer weiteren Nacht in Susdal ging es nach Rostow Welikij. Der dortige Kreml und ehemaliger Metropolitensitz beeindruckt durch seine Monumentalität. Charakteristisch sind hier vor allem die Steinikonostasen der Torkirchen, die in ihrer Architektur die kirchliche Macht auch gegenüber dem Zaren betonen. In Sergiew Possad erwartete uns ein kunsthistorisches, zugleich aber auch spirituelles Erlebnis für alle Sinne. Das Dreifaltigkeitskloster des heiligen Sergios von Radonesch, das nach schrecklichen Massakern und Zerstörungen in der Revolution bald zum einzigen geduldeten Kloster Russland wurde, beeindruckt durch seine reichen Kathedralen mit ihrem Schmuck ebenso wie durch die geschichtlichen Ereignisse, deren Zeuge es wurde. Zugleich aber ist es das Zentrum der russischen Orthodoxie, das Ziel großer Pilgerströme, lebendiges Kloster, Ort ständigen Gebetes und theologischer Bildung. Am letzten Tag unserer Reise besichtigten wir unter anderem das Refektorium - die "sixtinische Kapelle" Russlands -, die Sergioskirche und die Dreifaltigkeitskathedrale, die von Weihrauch und Gesang erfüllt ihre mystische Wirkung auch auf uns entfalteten. Ich blicke gerne auf eine eindrucksvolle, gut organisierte und begleitete Reise durch Russlands Kunst und Geschichte zurück, mit Eindrücken aus der russischen Gegenwart in der angenehmen Gesellschaft unserer Reisegruppe.


Thorsten Aymanns

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2. November 2006, 19 Uhr
Buchvorstellung und Künstlergespräch Heinz Mack

Heinz Mack, Zero-Künstler der ersten Stunde mit Wohnsitz in Mönchengladbach, ist ein begnadeter Redner. Dies wird in einem Buch deutlich, das die Düsseldorfer Journalistin Helga Meister über Zero in der Düsseldorfer Szene geschrieben hat. Es besteht aus spannenden Interviews mit Otto Piene, Günther Uecker und Heinz Mack. Zu der Buchpräsentation im Museum X wollen Heinz Mack und Helga Meister über die Weltkunst im Krefelder Gartenhaus, die regenreiche Reise nach Paris, das Zille-Milieu bei der ersten Düsseldorfer Zero-Ausstellung, den neuen "Raum der Wüste" und über enttäuschte Freundschaften sprechen. Auf Wunsch signiert Heinz Mack auch das neue Zero-Buch, es kostet 12,00 Euro.

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Ausweis: Lastschriftverfahren

Die Mitglieder des Vereins erhalten im Januar 2007 wieder neue Ausweise. Bis dahin behalten die alten Ausweise ihre Gültigkeit. Sofern eine Einzugsermächtigung vorliegt, wird der fällige Jahresbeitrag Anfang Januar abgebucht. Ansonsten erfolgt eine Rechnungsstellung. Sollten Sie zukünftig am Lastschriftverfahren teilnehmen wollen, teilen Sie uns das bitte umgehend mit. Um unnötige Kosten zu vermeiden, bitten wir Sie überdies, uns unbedingt rechtzeitig über eventuelle Änderungen Ihrer Bankverbindung oder Anschrift zu informieren.


Joseph Marioni: Ausstellung bei Rolf Hengesbach in Köln

Noch bis zum 11. November ist eine Ausstellung des international renommierten Malers Joseph Marioni in der Galerie Rolf Hengesbach in Köln zu sehen. Bereits 1988 hatte Joseph Marioni (*1943), der in New York lebt, eine große Einzelausstellung im Museum Abteiberg. Im Sammlungsbestand des Museums Abteiberg befinden sich immerhin fünf repräsentative Werke des Künstlers aus der Zeit von 1975 bis 2002. Zwei dieser Werke konnten durch den Förderkreis im Museumsverein erworben werden.

www.rolf-hengesbach.com


Paulina Olowska: Ausstellung in Leipzig

Vom 26. Oktober bis 17. November 2006 findet in der ehemaligen Baumwollspinnerei, Leipzig, die Ausstellung "Schein sein. Soziale Dimensionen des Glamour in der aktuellen Kunst" statt. Zu diesem Anlass ist auch die Jahresgabe des Museumsvereins Mönchengladbach "Metamorphosis" von Paulina Olowska nach Leipzig ausgeliehen worden. Wenige Exemplare der Arbeit sind noch erhältlich. Weitere Informationen:

www.amilliondifferentloves.net



Katja Strunz: Ausstellung in Krefeld

Das Museum Haus Esters in Krefeld zeigt vom 29. Oktober 2006 bis 11. Februar 2007 anlässlich der Verleihung des Kunstpreises der Adolf-Luther-Stiftung für das Jahr 2006 unter dem Titel "Faltgestalt" das Werk von Katja Strunz. Die Künstlerin war auch mit der Arbeit "Aktive Stagnation (Konfiguration # 4)" in der Ausstellung "Strange I’ve Seen That Face Before" im Museum Abteiberg vertreten.

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Veranstaltungen

28. Oktober 2006 bis 7. Januar 2007
Eröffnung 28. Oktober, 18.00 Uhr
Ausstellung: Manuel Graf - Teil 1
Über die aus der Zukunft fließende Zeit

2. November 2006, 19.00 Uhr
Buchvorstellung und Künstlergespräch mit Heinz Mack

2. Dezember 2006 bis 7. Januar 2007
Eröffnung 2. Dezember, 18.00 Uhr
Ausstellung: Manuel Graf - Teil 2
II. Woher kommt die Kunst? oder: Die Blüte des Menschen

3. Dezember 2006, 12.00 Uhr
Künstlergespräch mit Manuel Graf und Ekkehard Wallat

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