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DIE ZUKUNFT DER ZEICHNUNG: KONSTRUKTION
Das Neue in der Sammlung Etzold - Folge 1
9. Juli 2017 – 7. Januar 2018

Eröffnung: Sonntag, 9. Juli, 12 Uhr
Begrüßung: Dr. Gert Fischer, Kulturdezernent der Stadt Mönchengladbach
Einführung: Lutz Etzold und Susanne Titz


Lazlo Moholy-Nagy, Ohne Titel, 1923
Sammlung Etzold

Die Zukunft der Zeichnung ist der Computer, sagte der Maler und Zeichner K.O. Götz im Jahr 1971. Dieser Satz aus den Erinnerungen von Hans Joachim und Berni Etzold ist Ausgangspunkt einer Neubetrachtung ihrer grafischen Sammlung und charakterisiert die Perspektive der Sammler selbst.

Sie sammelten Zeichnungen, Druckgrafiken, Collagen und Papierarbeiten unterschiedlicher Art unter dem Blickwinkel der Neuerungen und Veränderungen in der Moderne. Begeistert von konstruktiver und konkreter Kunst bauten sie ihre Sammlung auf, entdeckten dabei die noch wenig präsente Vorgeschichte der konstruktivistischen Avantgarde in den 1920er Jahren und zugleich Zero, Pop, Minimal und Conceptual Art in ihrer eigenen Zeit.

Die Entwicklung der Zeichnung in der Moderne, ihre Gegenwart, Geschichte und Zukunft werden zum Sujet einer Ausstellungsreihe, die in drei Folgen stattfindet und drei Phänomenen in den Papierarbeiten der Sammlung Etzold nachspürt: Konstruktion, Algorithmus, Konzept.

In der ersten Folge werden Arbeiten der konstruktivistischen Avantgarde und die Wiederkehr des Konstruktiven sowie der Anfang der Computergrafik in den 1960er Jahren zum Thema. Die Ausstellung wird präsentiert im Graphischen Kabinett und im amorphen Raum der Gartenebene, sie umfasst Zeichnungen, Druckgrafiken, Papier- und Objektarbeiten u.a. von Josef Albers, Henryk Berlewi, Max Burchartz, Gianni Colombo, Enea, Alexandra Exter, Werner Graeff, Lajos Kassák, Bart van der Leck, El Lissitzky, Kasimir Malewitsch, Kenneth Martin, Laszlo Moholy-Nagy, François Morellet, Georg Nees, Elfi Paul, Ljubow Popowa, Erich Reusch, Alexander Rodtschenko, Karl Peter Röhl, Jan Schoonhoven und Victor Servanckx.

In der zweiten Folge werden 2018 das rare Konvolut der Computergrafik und deren Algorithmen ins Zentrum rücken. Probiert wird dabei ein Anschluss an die heutige Gegenwart: eine Gegenüberstellung zur heutigen Ästhetik in Kunst, Wissenschaft und Medienkultur. Die dritte Folge im Jahr 2019 will sich schließlich der Entstehung konzeptueller Zeichnungen und den neuen Werkbegriffen der 1960er Jahre widmen, die in der grafischen Sammlung von Hans Joachim und Berni Etzold in vielen kleinen und größeren Objekten und künstlerischen Dokumenten zu finden sind.

Seit 1970, nach ihrer legendären Ausstellung im Kölnischen Kunstverein, befindet sich das Großkonvolut der Moerser Sammler Hans Joachim und Berni Etzold als Dauerleihgabe in Mönchengladbach. Seit Eröffnung des Museums Abteiberg zeigt sich die Sammlung Etzold an prominenten Stellen im Haus, mit wichtigen Werken von Yves Klein, Lucio Fontana, Piero Manzoni, den Bewegungen der Zero, Op und Pop Art. Es ist die einzige Gastsammlung im Museum, in ihrer Präsenz immer verbunden mit dem historischen Coup des Museumsdirektors Johannes Cladders, sie gegenüber der städtischen Politik als Lockmittel für den Bau des Museums Abteiberg benutzt zu haben.

Zur Eröffnung der Ausstellungsreihe "Die Zukunft der Zeichnung" wird Lutz Etzold am 9. Juli im Namen der Familie sprechen und eine kleine Einführung in die Sammlungsgeschichte seiner Eltern geben. Die erweiterte Präsentation der Sammlung Etzold ist Auftakt für die Ausstellung zur Mönchengladbacher Museumsgeschichte der Jahre 1967 bis 1978, die ab 13. September unter dem Titel VON DA AN. RÄUME, WERKE, VERGEGENWÄRTIGUNGEN DES ANTIMUSEUMS 1967 – 1978 im Museum Abteiberg und in den historischen Räumen des Alten Städtischen Museums in der Bismarckstraße zu sehen sein wird. (ST)


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