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Mitteilungen September - Oktober 2017


Hanne Darboven bei Filmaufnahmen zur Ausstellung "Darboven, Ausstellung mit 6 Filmprojektoren nach 6 Büchern über 1968", Städtisches Museum Mönchengladbach, Bismarckstraße, 25.2. - 7.4.1969, Foto: Albert Weber / Archiv Museum Abteiberg, Mönchengladbach


01 Ausstellung: VON DA AN im alten Städtischen Museum
02 Ausstellung: 6 aus 11 im Café BISquit
03 Tagesfahrt: Frechen & Kerpen - Keramion & Haus Mödrath
04 Tagesfahrt: Brühl - Miró Ausstellung
05 Vortrag: Doris Krystof über Marcel Broodthaers
06 Interview: Susanne Titz im Gespräch mit Felicia Rappe
07 Kurse: Für Kinder, Jugendliche & Erwachsene
08 Übrigens... GRETA-Markt
09 Übrigens... Museumsverein & Otto von Bylandt Gesellschaft
10 Programm
11 Impressum



VON DA AN - RÄUME, WERKE, VERGEGENWÄRTIGUNGEN DES ANTIMUSEUMS 1967 - 1978
Temporäre Wiedereröffnung des Städtischen Museums Mönchengladbach
13. September 2017 - 18. Februar 2018
Museum Abteiberg und altes Städtisches Museum, Bismarckstraße 97
Eröffnung: Mittwoch, 13. September 2017 um 19 Uhr im alten Städtischen Museum


Ausstellungsansicht: Daniel Buren "À partir de là", 1975 im Museum auf der Bismarckstraße, Foto: Archiv, Museum Abteiberg


Am 13. September 1967 eröffnete Johannes Cladders seine Amtszeit als neuer Direktor des Städtischen Museums in Mönchengladbach mit der ersten Museumsausstellung von Joseph Beuys. Von da an begann ein legendäres Programm, das einen erweiterten Kunstbegriff mit der Vision eines neuartigen Museums verband.

Es folgten frühe Ausstellungen von Carl Andre (1968), Bernd und Hilla Becher (1968), George Brecht / Robert Filliou (1969), Stanley Brouwn (1970), Marcel Broodthaers (1971), Daniel Buren (1971, 1975), Hanne Darboven (1969), Braco Dimitrijevic (1975), Hans Hollein (1970), Richard Long (1970), Palermo (1973), Gerhard Richter (1974), Ulrich Rückriem (1973), Lawrence Weiner (1973) und vielen anderen mehr.

Mit einer Ausstellung von Jannis Kounellis endete im Jahr 1978 das Programm im alten Haus, das den Weg hin zum 1982 eröffnenden Museum Abteiberg wies.

Exakt 50 Jahre später widmet sich die Ausstellung VON DA AN. RÄUME, WERKE, VERGEGENWÄRTIGUNGEN DES ANTIMUSEUMS 1967 - 1978 dieser Geschichte. Mit Dokumenten und Objekten, Rekonstruktionen und Wiederaufführungen, sowie Werken der Museumssammlung und nicht zuletzt den historischen Räumen selbst wird der Versuch unternommen, die wegweisenden Gedanken des damaligen Programms zu vergegenwärtigen.

Cladders prägte damals den Begriff 'Antimuseum' und dachte als Museumsdirektor in enger Parallelität zu Künstlern wie Beuys, Buren und Broodthaers, dessen "Musée d’Art Moderne, Département des Aigles" 1968 in Brüssel durch eine Rede von Cladders eröffnet wurde.

Der Titel VON DA AN greift Daniel Burens berühmten Titel seiner Ausstellung von 1975 auf, die er als Retrospektive der Ausstellungsgeschichte des Mönchengladbacher Museums konzipierte. Erneut ist VON DA AN ein Kommentar, der die Formen musealen Ausstellens und die Institution des Museums selbst vor dem Hintergrund einer hochgradig politisierten Zeit reflektiert.

Die Räume selbst spielen eine zentrale Rolle für die Vergegenwärtigung - im alten Museum ebenso wie im Museum Abteiberg, wo die Ausstellung ihren zweiten Ort hat. Neben originalen Werken, Audio-, Film- und Fotodokumenten und zahlreichen bislang unveröffentlichten Archivalien stehen die legendären Mönchengladbacher Kassettenkataloge im Zentrum, die Cladders ab 1967 produzierte.

Das Konzept dieser retrospektiven Ausstellung wurde gemeinsam von Susanne Titz, der Kunsthistorikerin Susanne Rennert und dem Künstler Olivier Foulon entworfen. Daniel Buren, Braco Dimitrijevic und Richard Long sind mit eigens für die aktuelle Ausstellung produzierten Wiederaufführungen beteiligt. Junge Künstlerinnen und Künstler werden im Verlauf der Ausstellung die Tradition der Museumsfeste reaktivieren - mit Programmen am 19. November und am 18. Februar 2018. Zudem gibt es Führungen, Vorträge und Diskussionen, die in einem gesonderten Programm veröffentlicht werden.

Die Ausstellung wird begleitet durch eine Broschüre und gefolgt durch ein langjähriges Desiderat der Forschung: die Herausgabe einer großen Dokumentation der Mönchengladbacher Ausstellungsgeschichte 1967 - 1978. Die Publikation, die von Susanne Rennert bearbeitet wird, wurde ermöglicht durch eine großzügige Förderung des Landschaftsverbands Rheinland und des Museumsvereins.

Das Gesamtprojekt wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Kunststiftung NRW, das Land NRW, den Landschaftsverband Rheinland und die Hans Fries-Stiftung.

Bitte beachten: Während der Ausstellung gilt ein Kombiticket zum Preis von 8 €, ermäßigt 5 € für den einmaligen Eintritt in beiden Häusern. Der Museumsverein Mönchengladbach macht aus diesem Anlass eine Werbeaktion für neue Mitglieder - bitte werben Sie mit: Wer ab 13. September Mitglied wird, erhält zum Jahresbeitrag von 40 € (ermäßigt 20 €) ab sofort die Mitgliedschaft für das Jahr 2018 - mit unbegrenzt häufigem Gratiseintritt bis Ende 2018.


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6 aus 11 - 6 Jahre Jahresgaben aus 11 Jahren Ausstellungen im alten Städtischen Museum Mönchengladbach / 1967 - 1978
13. September - 29. Oktober 2017
Eine Ausstellung des Museumsvereins Mönchengladbach im Cafe BISquit des BIS Zentrum für offene Kulturarbeit, Bismarckstraße 99



Animation der Präsentation, © Hillekamp & Weber


Mit dem Planungsbeginn des Städtischen Museums Abteiberg im Jahr 1972 startet der Museumsverein Mönchengladbach auf Anregung von Johannes Cladders die Herausgabe von Jahresgaben. Dabei handelt es sich um Editionen in kleinen Auflagen von Künstlern, die im Laufe des Jahres im Städtischen Museum Mönchengladbach auf der Bismarckstraße (ab 1982 im Museum Abteiberg) im Rahmen einer Ausstellung vertreten sind.

Alljährlich, von seltenen Ausnahmen abgesehen, erhalten damit die Mitglieder des Museumsvereins bis heute eine Anregung, neue Werke der zeitgenössischen Kunst zu erwerben.

Die meisten der früheren Jahresgaben sind lange vergriffen, einige von ihnen wertvolle Stücke in rheinischen und internationalen Sammlungen. Immer wieder tauchen sie in den letzten Jahren auf dem Kunstmarkt auf, wo sie zu hohen Preisen gehandelt werden.

Die Jahresgaben des Museumsvereins Mönchengladbach spiegeln die Aktivitäten des Städtischen Museums Mönchengladbach und später dann des Museums Abteiberg sowie die Entwicklungslinien der modernen Kunst in den vergangenen 45 Jahren wider.

Flankierend zur Ausstellung VON DA AN, die das Museum Abteiberg in den historischen Räumen des Alten Museums realisiert, erinnert der Museumsverein an die Anfänge seiner Jahresgabengeschichte.

In den elf Jahren Ausstellungstätigkeit auf der Bismarckstraße hat Johannes Cladders zwischen 1972 - 1978 sechs Jahre lang die Mitglieder des Vereins durch Jahresgaben an den aktuellsten Tendenzen der Kunst teilhaben lassen.

Eine fotografische Dokumentation der alten Jahresgaben im Café BISquit des BIS-Zentrums, mit Werken u.a. von Beuys und Buren über Filliou und Long bis Ruthenbeck, Schoonhoven und Weiner, erlaubt Einblicke in diese spannende Zeit. Zugleich macht sie neugierig auf all das, was zukünftig an neuen Jahresgaben für den Museumsverein Mönchengladbach entstehen wird. (CK)

Die Ausstellung ist ab dem 13. September 2017, 19 Uhr und dann zu den Veranstaltungen des BIS-Zentrums geöffnet. Nähere Informationen zu diesen Terminen finden sie auf folgender Website:

www.bis-zentrum.de


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Tagesfahrt
Samstag, 7. Oktober 2017
Keramion in Frechen und Haus Mödrath in Kerpen

1971 wurde zum 65. Geburtstag des Steinzeug-Unternehmers und Sammlers Dr. Gottfried Cremer (1906 - 2005) unweit vom Kölner Westen das Keramion errichtet. Architekten dieses sehr futuristisch anmutenden Baus sind Peter Neufert (1925-1999) und Stefan Polónyi (*1930), die das Haus in seiner Gesamtform einer Töpferscheibe nachempfunden haben.


Keramion, Foto: Werner Stapelfeldt

Cremer nutzte das Haus als Privatgalerie bzw. Privatmuseum zur Aufbewahrung und Präsentation seiner Sammlung von zeitgenössischer Keramik. Im Jahr 2002 wurde die Privatsammlung Cremer mit der städtischen Sammlung der historischen Keramik - dem damaligen Keramikmuseum Frechen - zur Stiftung Keramion zusammengelegt.

Seitdem präsentiert sich das Museum als international bekanntes Spezialmuseum für Keramik, in dem nicht nur in Sonderausstellungen moderne und zeitgenössische Kunst aus keramischen Materialien gezeigt wird, sondern auch angewandte Arbeiten und Designobjekte zu verschiedensten Themen ausgestellt werden.

Zudem bilden die beiden Bestandssammlungen (regionale historische Keramik und Unikat-Keramik seit den 1950er Jahren) eine wichtige Grundlage für die umfangreiche Museumstätigkeit.

Nach einer Führung ist die Weiterfahrt zum Haus Mödrath - Räume für Kunst im nahegelegenen Kerpen geplant. Hier ist seit April 2017 die von Veit Loers, ehemaliger Direktor des Museums Abteiberg, kuratierte Ausstellung "Aftermieter" zu sehen. Vor dem gemeinsamen Gang durch rund 20 Positionen zeitgenössischer Kunst ist erst eine Mittagspause im Haus Mödrath vorgesehen, das seit seiner Errichtung um 1830 auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken kann.

Im Volksmund auch als Burg Mödrath genannt, liegt der Ursprung des Hauses in einer Jahrhunderte alten Mühle zur Produktion von Farbpigmenten. Karl-Heinz Stockhausen wurde 1928 im Haus Mödrath geboren, das als erstes seiner Zeit über elektrischen Strom verfügte.

Heute ist Haus Mödrath das einzig erhaltene Bauwerk eines Ortes, der als Ganzes aufgrund des Tagebaus verschwunden ist. Alle diese Faktoren bilden die inhaltliche Basis für die aktuelle Ausstellung "Aftermieter", in deren Zentrum das Haus selbst steht mit Fragen zur Zivilisation und domestizierten Natur.

Zeiten:

10:00 Uhr, Abfahrt Kaiser-Friedrich-Halle, Mönchengladbach
10:15 Uhr, Abfahrt Sonderbushaltestelle Hauptbahnhof Rheydt
11:15 Uhr, Führung Keramion, Frechen
13:00 Uhr, Mittagspause Haus Mödrath
14:00 Uhr, Führung Haus Mödrath
ca. 16:00 Uhr, Rückfahrt

Begleitung: Dr. Christian Krausch

Preis: 48,50 €

Mindestteilnehmerzahl: 19

Anmeldung ab sofort im Sekretariat des Museumsvereins unter der Nummer 02161 - 252647. Bitte überweisen Sie den Kostenbeitrag sofort nach erfolgter Anmeldung auf eines der Konten des Museumsvereins.

www.keramion.de
www.haus-moedrath.de

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Tagesfahrt
Mittwoch, 11. Oktober 2017
Miró - Welt der Monster im Max Ernst Museum, Brühl


Joan Miró, Femme et oiseau (Frau undVogel), 1967, bemalte Bronze, Collection Fondation Marguerite et Aimé Maeght, Saint-Paul,© Successió Miró / VG Bild-Kunst, Bonn 2017


Durch Vermittlung und auf Einladung von Michael Schroeren, Mitglied des Museumsvereins und zugleich Mitglied im Kulturausschuss des Landschaftsverbands Rheinland, kann der Museumsverein am Mittwoch den 11. Oktober 2017 einen exklusiven Besuch der Ausstellung "Miró - Welt der Monster" im Max Ernst Museum des LVR anbieten.

Die Ausstellung widmet sich insbesondere dem plastischen Schaffen Mirós in den 1960er und 70er Jahren, das im Verhältnis zum malerischen und grafischen Werk weniger bekannt ist. Der Künstler kombiniert gefundene Alltagsgegenstände zu fantastischen Wesen, die anschließend in Bronze gegossen werden. Einige von ihnen sind farbig bemalt und wirken wie seinen sprühend-bunten Gemälden entsprungen. Zusammen mit einer Auswahl an Gemälden und Arbeiten auf Papier stehen sie in dieser Präsentation in einem unmittelbaren Dialog verschiedener Gestaltungsmedien und beleuchten Mirós auf alle Gattungen übergreifende Kunst.

Herr Schroeren hat Dr. Achim Sommer, Direktor des Max Ernst Museums, für eine rund einstündige Führung um 15:30 Uhr durch die Ausstellung gewonnen. Anschließend stehen Kaffee und Kuchen für die Teilnehmer bereit. Ein kleiner Beitrag in Höhe von 15 € pro Teilnehmer trägt dazu bei, die Gesamtkosten für den Transfer, den Eintritt sowie die Bewirtung ein wenig aufzufangen.

Zeiten:

14:00 Uhr, Abfahrt Kaiser-Friedrich-Halle, Mönchengladbach
14:15 Uhr, Abfahrt Sonderbushaltestelle Hauptbahnhof Rheydt
15:30 Uhr, Führung Max Ernst Museum, Brühl
anschließend: Kaffeepause
ca. 18.30 Uhr, Rückfahrt

Begleitung: Michael Schroeren / Dr. Christian Krausch

Preis: 15 €

Höchstteilnehmerzahl: 30

Anmeldung ab sofort im Sekretariat des Museumsvereins unter der Nummer 02161-252647. Bitte überweisen Sie den Kostenbeitrag sofort nach erfolgter Anmeldung auf eines der Konten des Museumsvereins.

www.maxernstmuseum.lvr.de


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Vortrag

Dr. Doris Krystof
"Chers amis" - Marcel Broodthaers' Austausch mit der Kunstszene des Rheinlands
Dienstag, 10. Oktober 2017 um19:30 Uhr
Ort: Altes Städtisches Museum, Bismarckstraße 97


Marcel Broodthaers und Hanne Darboven in der Ausstellung "Hanne Darboven", Städtisches Museum Mönchengladbach (25.02. - 7.04.1969)
Foto: Albert Weber


Der belgische Künstler Marcel Broodthaers (1924 - 1976), der im Umfeld von Pop, Minimal und Konzeptkunst eine kritische, eigenwillige Position formuliert, fand mit seinen institutionskritischen, installativen und kinematografischen Arbeiten innerhalb kürzester Zeit großen Anklang in den avantgardistischen Kunstszenen von Belgien, Deutschland und Frankreich.

Seine tragende Bedeutung für die bildende Kunst im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert basiert auch auf dem Austausch mit der vitalen Kunstszene des Rheinlands, wo er von 1970 bis 1972 lebte und viele Freunde und Förderer fand.

Der Museumsdirektor des Städtischen Museums Mönchengladbach, Johannes Cladders, hat bereits 1968 an Broodthaers' Universum eines fiktiven Museums in Brüssel mitgewirkt; im Gegenzug hat er dem belgischen Künstler mehrere Ausstellungen in seiner realen Institution in Mönchengladbach eingerichtet.

Dr. Doris Krystof, Kuratorin für Gegenwartskunst an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, richtete die vom MoMA, New York und Reina Sofia, Madrid, organisierte Ausstellung "Marcel Broodthaers. Eine Retrospektive" im K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ein. Zur Zeit arbeitet sie an der Vorbereitung der Ausstellung “Akram Zaatari. Against Photography. Eine kommentierte Geschichte der Arab Image Foundation”, im K21, vom 18.11.2017 bis 25.2.2018).

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Susanne Titz im Gespräch mit Felicia Rappe


Dr. Felicia Rappe, Foto: Michael Dues


Dr. Felicia Rappe folgt als stellvertretende Direktorin und Sammlungsleiterin am Museum Abteiberg Dr. Hannelore Kersting nach, die zum 31. Juli 2017 in den Ruhestand getreten ist.

Susanne Titz: Ihr erster Arbeitstag am Museum Abteiberg war am 1. Juli. Wie sind Ihre Eindrücke und womit waren Sie in den ersten Wochen beschäftigt?

Felicia Rappe: Ich hatte einen sehr interessanten und angenehmen Einstieg. Das liegt wesentlich auch daran, dass ich das Glück habe, diese Stelle von Hannelore Kersting zu übernehmen. Ihr Engagement für dieses Haus ist in der systematischen Bearbeitung der Sammlung und in den Strukturen, an die ich hier anknüpfen kann, geradezu spürbar. Zudem finde ich im Team des Museums große Unterstützung für die Einarbeitung in die organisatorischen Abläufe, wofür ich sehr dankbar bin.

Neben dem Tagesgeschäft rund um die Betreuung der Sammlungsbestände, womit ich überwiegend befasst sein werde, bestand die erste Zeit vor allem darin, Kontakt aufzunehmen: mit den Kolleginnen und Kollegen im Kulturbereich der Stadt Mönchengladbach, aber auch mit den direkten Nachbarn am Abteiberg wie der Pfarre St. Vitus, und natürlich mit den Förderern des Museums: Die Initiative und Aktivität des Museumsvereins konnte ich gleich am Ende meiner ersten Arbeitswoche am Stand auf dem GRETA-Markt erleben. Ich freue mich darauf, im Laufe der nächsten Wochen und Monate immer mehr Mitglieder auch persönlich kennen zu lernen.

ST: Wo waren Sie zuvor, wo haben Sie gearbeitet, wo studiert?

FR: Zuletzt habe ich an der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin gearbeitet und das Museum Berggruen mit seiner Sammlung der Klassischen Moderne betreut. Schwerpunktmäßig sind dort Pablo Picasso, Henri Matisse und Paul Klee vertreten - Positionen also, die fest im Kanon der Kunstgeschichte verankert sind. Das hat mich motiviert, auch zeitgenössische Künstler in Ausstellungen einzubeziehen, um dadurch ungewohnte Perspektiven auf die Moderne anzustoßen. Davor war ich an der Akademie der Bildenden Künste in München am Lehrstuhl für Kunstgeschichte tätig. Mein wissenschaftliches Volontariat habe ich, ebenfalls in München, an der Städtischen Galerie im Lenbachhaus absolviert, also an einem Museum, dessen Sammlung sich so wie die des Museums Abteiberg über die Kunst des gesamten 20. Jahrhunderts bis in unsere Zeit erstreckt. Kunstgeschichte studiert habe ich in Freiburg im Breisgau und Paris, promoviert an der Freien Universität in Berlin.

ST: Welche Anknüpfungspunkte finden Sie mit Ihren kunsthistorischen Interessen hier am Museum Abteiberg?

FR: Bereits im Studium haben mich Kunstwerke besonders angesprochen, die Gattungsgrenzen überschreiten, einerseits in der Moderne, in der viele Künstler die Nähe zum Theater suchten, andererseits in der Gegenwartskunst: In meiner Doktorarbeit habe ich mich mit Installationen, Bühnenbildern und Performances im Rahmen der Oper befasst. Dabei hat mich interessiert, ob die künstlerischen Eingriffe die Traditionen und Konventionen der Oper kritisch hinterfragen, zum Beispiel im Hinblick auf die Architektur, die den frontal auf die Bühne ausgerichteten Zuschauern eine passive Position zuweist. Meine Vergleichsfolie war die Institutionskritik seit den 1960er Jahren, in der das Museum und die dort vermittelten Wahrnehmungsweisen von Kunst auf den Prüfstand der Künstler gerieten. Vor diesem Hintergrund habe ich eine große Affinität zu Hans Holleins Architektur des Museums Abteiberg mit der Nicht-Linearität der Räume und Vielbezüglichkeit der Blickachsen, die keine Kategorisierung der Kunstgeschichte in Schubladen zulässt. Hier gibt das Einrichten jeder neuen Sammlungspräsentation Gelegenheit, auch die eigenen Denkmuster und die eigene Rolle als Teil der Institution zu reflektieren.

ST: Gibt es Kunstwerke in unserer Sammlung, die Sie besonders mögen?

FR: Neben einer Vorliebe für sinnlich-haptische Werke der Malerei wie Robert Rymans "Napier (II)" aus dem Jahr 1962 erfreue ich mich immer wieder besonders am Schalk der Werke von Dieter Roth.

ST: Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich in Ihrer Arbeit aktuell?

FR: Ein Thema mit hoher Aktualität, das mich sehr interessiert, ist die Stadtentwicklung in Mönchengladbach und die Rolle des Museums Abteiberg in diesem Prozess. Von verschiedensten Seiten vermittelt sich in diesem Bereich derzeit viel Energie und Dynamik, die sich in Initiativen wie dem "Rahmenplan Abteiberg" vom Frühjahr 2017 konkretisiert. Wie die Stadt ins Museum fließt und das Museum und die Kunst in die Stadt - Fragen, wie sie in dem Projekt “"Ein ahnungsloser Traum vom Park" gestellt werden und wie sie uns künftig weiter beschäftigen werden.


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Praktische Kurse für Kinder und Jugendliche in den Herbstferien

Kurs 1

Malexperimente

für Kinder von 6 bis 8 Jahren
vom 24. bis 27. Oktober 2017, 11:00 - 13:00 Uhr

Malerei ist mehr als Pinsel, Farbe und Menschen- oder Landschaftsbilder. Auch mit Pigmenten, Rakeln, Tapetenkleister und Schablonen kann man tolle Bilder machen. Berühmte Beispiele finden sich in der Sammlung des Museums.

Karl Otto Götz, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Yves Klein sind nur einige Beispiele, wie man auch auf unkonventionellen Wegen großartige Kunstwerke erschaffen kann. Ganz nebenbei lernt ihr noch, wie man selber Farben herstellen und diese richtig mischen kann.

Unbedingt alte Sachen anziehen, da man viele Farben, mit denen wir arbeiten, nicht mehr auswaschen kann.

Teilnehmerzahl: max. 15
Kosten: 25 €
Leitung: Ulrike Engelke

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Kurs 2

Die Welt ist ein Quadrat

für Kinder von 9 bis 12 Jahren
vom 24. - 27. Oktober, 14:30 - 16:30 Uhr

Aus geometrischen Figuren, werden wir Menschen, Landschaften oder Tiere zeichnen, malen, kleben und falten. In diesem Kurs werdet ihr lernen, wie aus einfachen grafischen Mitteln spannende visuelle Effekte entstehen, die zu realen Gegenständen erwachsen können. So haben es auch die Konstruktivisten vor fast 100 Jahren gemacht. Landschaften aus Kreisen und Dreiecken, Gesichter aus Kugeln und Zylinder, oder verrückte Muster aus lauter Linien. Inspirationen hierzu gibt es in der aktuellen Ausstellung viele.

Am Ende des Kurses unternehmen wir eine Expedition ins Tierreich, gestalten ein eigenes Tangram-Spiel und geben den Tieren mit Hilfe der Origamitechnik eine dreidimensionale Form. Ihr werdet sehen, dass Geometrie wirklich Spaß machen kann.

Teilnehmerzahl: max. 15
Kosten: 25 €
Leitung: Felicitas Fritsche-Reyrink

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Kurs 3

Deine Kunst als Postkartenedition

für Kinder und Jugendliche von 13 bis 16 Jahren
vom 2. - 3. November, 14.00 - 17.00 Uhr

Coole Zeichnungen, verrückte Situationen oder fantasievolle Muster bringen wir ins Postkartenformat. Die besten Ideen werden als richtige Postkarten in Kleinserie gedruckt und du kannst sie an deine Freunde verschicken. Marcel Broodthaers, Robert Filliou, George Brecht oder Martin Kippenberger liefern uns Ideen, um uns schräge Situationen oder Sprüche auszudenken. Doch auch in der "realen Welt" oder in deinem Kopf gibt es
viele Ideen, die du zu Papier bringen kannst. Die Mönchengladbacher Grafikerin und Buch-Illustratorin Ruth Zadow wird uns zeigen, wie man mit Finelinern, Acrylfarben, Monotypie, Collagen oder Stempeln zu tollen Ergebnissen kommt.

Teilnehmerzahl: max. 15
Kosten: 25 €
Leitung: Ruth Zadow

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Praktische Kurse für Erwachsene

Kurs A

Moderne Malerei - Techniken und Kompositionen

jeweils samstags, 15:00 - 18:00 Uhr
Beginn: 7.10. 2017 ( insgesamt 7 mal )

Dieser Kurs vermittelt sowohl die Grundlagen im Umgang mit Öl- und Acrylfarben, als auch mit Bildkomposition und Farbgestaltung. Hierbei kann sowohl gegenständlich als auch abstrakt oder experimentell gearbeitet werden.

Parallel dazu werden Bildbeispiele aus der Sammlung des Museums herangezogen um die unterschiedlichen Maltechniken einzelner Künstler zu besprechen und um die Malerei in ihrer vielfältigen Erscheinungsform kennenzulernen.

Als Malgrund verwenden wir sowohl Pappkarton als auch Keilrahmen mit Textilbespannung.
Keilrahmen, Malgewebe und Grundierung sind in der Kursgebühr enthalten.
Bitte mitbringen: Acrylfarbe (in der Tube), Pinsel (flachgefasst).

Teilnehmerzahl: max. 15
Kosten: 60 €
Leitung: Ora Avital

Schüler, Azubis, Studenten und Arbeitslose zahlen nur 35 € !

Anmeldungen sind ab dem 10. September über die Website des Museums im Menü "Veranstaltungen/Praktische Kurse" möglich.

www.museum-abteiberg.de


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Übrigens...


Der Stand des Museumsvereins auf dem GRETA-Markt, Foto: CK


... hat die Aktion des Museumsvereins, mit Kindern auf dem GRETA-Markt am 9. Juli Traumfänger zu basteln, großen Anklang gefunden. Allen Helfern sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt.

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Übrigens...

... informieren der Museumsverein Mönchengladbach und die Otto von Bylandt-Gesellschaft am Museum Schloss Rheydt zukünftig punktuell über die Programme und Angebote des jeweils anderen Vereins. So können bspw. Mitglieder des Museumsvereins das jeweils neueste Exemplar der Rheydter Jahrbücher an der Museumskasse des Museums Abteiberg zu einem Sonderpreis erwerben.

Restbestände älterer Jahrgänge (Bände 11, 12, 15, 17, 18, 20, 21, 23, 23, 26, 27) können beim Vorsitzenden der Otto von Bylandt-Gesellschaft, Dr. Rolf Keuchen, unter der Telefonnummer 02163 - 49252 bestellt und nach einigen Tagen an der Museumskasse von Schloss Rheydt kostenlos abgeholt werden (Spenden sind freilich immer willkommen). (CK)

Weitere Informationen zur Otto von Bylandt-Gesellschaft sind auf folgender Website hinterlegt:

www.schlossrheydt.de


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P R O G R A M M

I. EXKURSIONEN


20.-26. September 2017
Studienreise nach Friaul: Udine, Triest, Aquileia - entdecken Sie unbekanntes Italien!

Flugreise vom 28.09. - 1.10.2017
Biennale Venedig 2017

7. Oktober 2017
Tagesfahrt nach Frechen und Kerpen Keramion und Haus Mödrath

11. Oktober 2017
Max Ernst Museum Brühl - Besuch der Miró-Ausstellung


II. FÜHRUNGEN

17. September 2017, 11:30 Uhr
Treffpunkt: Altes Städtisches Museum, Bismarckstraße 97
VON DA AN
Kuratorenführung mit Susanne Titz

15. Oktober 2017, 11:30 Uhr
Treffpunkt: Altes Städtisches Museum, Bismarckstraße 97
VON DA AN
mit Ulrike Engelke

III. AUSSTELLUNGEN

9. Juli – 10. Dezember 2017
DIE ZUKUNFT DER ZEICHNUNG: KONSTRUKTION
Das Neue in der Sammlung Etzold - Folge 1

13. September 2017 - 18. Februar 2018
VON DA AN - RÄUME, WERKE, VERGEGENWÄRTIGUNGEN DES ANTIMUSEUMS 1967 - 1978
Temporäre Wiedereröffnung des Städtischen Museums in Mönchengladbach - Ein Ausstellungsprojekt im Museum Abteiberg und im alten Städtischen Museum, Bismarckstraße 97

13. September - 29. Oktober 2017
6 aus 11 - 6 Jahre Jahresgaben aus 11 Jahren Ausstellungen im alten Städtischen Museum Mönchengladbach / 1967 - 1978
Eine Ausstellung des Museumsvereins Mönchengladbach im Cafe BISquit des BIS Zentrum für offene Kulturarbeit, Bismarckstraße 99

IV. SONSTIGE VERANSTALTUNGEN

3. September 2017
Erster Sonntag
Freier Eintritt und Programm für Kinder und Erwachsene
Service im Museumscafé durch ehrenamtliche Mitglieder des Vereins

13. September 2017
6 aus 11
Eröffnung der Jahresgaben-Dokumentation im Cafe BISquit

1. Oktober 2017
Erster Sonntag
Freier Eintritt und Programm für Kinder und Erwachsene
Service im Museumscafé durch ehrenamtliche Mitglieder des Vereins

10. Oktober 2017
Vortrag von Dr. Doris Krystof
Marcel Broodthaers

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Öffnungszeiten des Museums

Dienstag - Freitag 11 - 17 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage 11 - 18 Uhr
Skulpturengarten:
Oktober bis April 10 - 18 Uhr
Mai bis September 10 - 20 Uhr

Museumsverein

Die Mitgliedschaft ermöglicht freien Eintritt zu den Museen in Mönchengladbach.

Informationen und Einladungen zu den Aktivitäten des Museums und des Museumsvereins; freien Eintritt zu Veranstaltungen; kostenlosen Bezug der Mitteilungen; Berechtigung zur Teilnahme an Exkursionen und zum Erwerb von Jahresgaben.

Beitrag (Kalenderjahr) 40 €
Zweitkarte 20 €, Ermäßigungen 10 €

Sonderregelung anlässlich der Ausstellung "VON DA AN": Wer ab 13. September Mitglied wird, erhält zum regulären Jahresbeitrag die Mitgliedschaft für das Jahr 2017 bis Ende 2018.

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Impressum


Herausgeber:
Museumsverein Mönchengladbach e.V.

Anschrift

Museumsverein Mönchengladbach
Abteistraße 27
41061 Mönchengladbach

Telefon: +49 2161 252647
Telefax: +49 2161 252659
Hotline: 0177 7368528 (bei Tagesfahrten)
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9 - 13 Uhr

Geschäftsführer: Dr. Christian Krausch

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 55 Abs. 2 RStV: Dr. Christian Krausch (Anschrift wie oben)

E-Mail-Adresse: info@mv-mg.de

Amtsgericht Mönchengladbach, Vereinsregister: Nr. 825

Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 121 5786 0072

Bankverbindungen
Stadtsparkasse Mönchengladbach
BLZ 310 500 00 Konto 61 010

IBAN: DE44 3105 0000 0000 0610 10
SWIFT-BIC: MGLSDE33

Gladbacher Bank
BLZ 310 601 81 Konto 3597016

IBAN: DE89 310601810003597016
SWIFT-BIC: GENO DE D1 GBM


Vorstand des Museumsvereins Mönchengladbach:

Dr. Carsten Christmann (Vorsitzender)
Dr. Klaus Gronen
Ulla Driescher
Uwe Hillekamp (Stellvertrender Vorsitzender)
Susanne Titz

Ehrenvorstand des Museumsvereins Mönchengladbach:

Prof. Dr. Johannes Cladders †

Beirat des Museumsvereins Mönchengladbach:

Elke Backes
Lieselotte Böhme
Robert Bückmann
Helene Hormes
Dirk Kniebaum
Dr. Karl Porzelt
Kuno Schwamborn
Melanie Söllner
Eugen Viehof
Prof. Dr. Rainer Wallnig

Redaktion der Druckausgabe:

Dr. Christian Krausch

Beiträge:

Dr. Christian Krausch (CK)
Dr. Felicia Rappe (FR)
Uwe Riedel (UR)
Susanne Titz (ST)

Konzept, Gestaltung und Redaktion der Online-Ausgabe:

Thomas W. Kuhn

Die Verantwortung für Vorträge und Veranstaltungen trägt das Museum.

In den freien Beiträgen kommen die persönlichen Ansichten der Verfasser zum Ausdruck.


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