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Mitteilungen Mai - Juni 2013

01 Berni Etzold
02 Exkursion - Amsterdam
03 Übrigens...
04 Ausstellung - Ein ahnungsloser Traum vom Park
05 Ausstellung - Textiles
06 Swapnaa Tamhane
07 Exkursion - Venedig
08 Programm
09 Impressum



Berni Etzold


Berni Etzold mit Oberbürgermeister Heinz Feldhege, 1986
Foto: U. Dewies

Am 3. Oktober 2010 besuchte sie Mönchengladbach zum letzten Mal. In Begleitung der ganzen Familie nahm Berni Etzold – schon damals vom Alter gezeichnet, aber mit sichtlicher Freude - teil an der Feierstunde zu Ehren des 40jährigen Jubiläums der Sammlung ETZOLD im Museum Abteiberg.

1920 als sechstes von acht Kindern in Emmerich geboren, lernte sie 1939 im Textilhaus "Laue und Etzold" in Recklinghausen den Kaufmann Hans Joachim Etzold kennen, den sie 1943 heiratete. Nach seiner Rückkehr aus russischer Gefangenschaft trat Etzold als Ur-Ur-Enkel des Firmengründers in das Familienunternehmen Carl Schultze in Moers ein. Das Jahr 1960 schließlich sollte zu einem besonderen Schicksalsjahr werden. Aus gesundheitlichen Gründen sah sich H.J. Etzold gezwungen, seine Tätigkeit aufzugeben. Das war der entscheidende Wendepunkt, dem letztlich die Entstehung der Kunstsammlung zu verdanken ist. Zwar waren Etzolds immer schon aufgeschlossen gewesen für die Kunst, aber von da an wurde sie zu einem Lebensinhalt, dem sich beide leidenschaftlich widmeten. In den nur ca. 15 Jahren bis zum Tode Etzolds 1976 wuchs die Sammlung auf über 500 Werke an, die sich seit 1970 als Leihgabe in Mönchengladbach, zunächst im Museum in der Bismarckstraße, heute im Museum Abteiberg, befindet.

Ein erster Höhepunkt im Sammlerleben der Etzolds war eine Ausstellung im Kölnischen Kunstverein 1970. Die Sammlung, die damals bereits die räumlichen Kapazitäten der privaten Wohnung sprengte, trat erstmals an die Öffentlichkeit und stieß sofort auf positive Resonanz. Von da an wurde die Sammlung ETZOLD in einem Atemzug genannt mit der Sammlung Ströher (Darmstadt) und der Sammlung Ludwig (Köln, Aachen). Johannes Cladders, der seit 1967 das Museum in der Bismarckstraße leitete, gelang es, die Sammlung unmittelbar im Anschluss an die Ausstellung in Köln als Dauerleihgabe zu gewinnen. Am 3. Oktober 1970 erfolgte die Übergabe, die zugleich Eröffnung der ersten von vielen noch folgenden Ausstellungen der Sammlung in Mönchengladbach war.

Es war ein kulturpolitischer Coup mit weitreichenden Folgen. Zum einen setzte die Sammlung ETZOLD mit ihrem Schwerpunkt der jungen Gegenwartskunst der 1960er und frühen 1970er Jahre einen deutlichen inhaltlichen Akzent, der sich wie selbstverständlich in das Programm des experimentierfreudigen Museums integrieren ließ. Zum anderen gab sie einen beträchtlichen Motivationsschub, der wesentlich zu der Entscheidung für einen Neubau auf dem Abteiberg beitrug. Die Verwirklichung der Neubaupläne ließ allerdings auf sich warten. Die Eröffnung des Museums Abteiberg erfolgte 1982 - zu spät für den 1976 verstorbenen Hans Joachim Etzold, der die Erfüllung seines Wunschtraumes nicht mehr erleben durfte. Seine Frau Berni, die bis zum Ende ihres Leben mit großem Engagement Anteil nahm an allem, was die Belange der Sammlung betraf, hatte die Sammeltätigkeit mit dem Tode ihres Mannes konsequent für beendet erklärt, so dass die Sammlung bis heute ein sehr authentisches Zeitdokument der 1960er und 1970er Jahre geblieben ist.

Immer wieder hat sich die Sammlung ETZOLD in den vergangenen Jahrzehnten als ein äußerst ergiebiger und reichhaltiger Fundus bewährt, aus dem das Museum schöpfen darf. Neben wechselnden Werken, die ständig in die Präsentation der eigenen Sammlung integriert sind, konnte das Museum eine Vielzahl von Ausstellungen realisieren, die ausschließlich oder unter großer Beteiligung von Werken aus der Sammlung ETZOLD zustande kamen, und noch immer hält sie verborgene Schätze bereit, die es zu entdecken gilt.

Berni Etzold ist am 30. März im Alter von 93 Jahren gestorben. Die Beerdigung in Moers fand im engsten Kreise der Familie statt.



Abb. Berni Etzold, Moers 2000
Foto: Hannelore Kersting


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EXKURSION

Samstag, 29. Juni

Das umgebaute Stedelijk Museum und das renovierte Rijksmuseum in Amsterdam


Stedelijk Museum, Blick auf das alte Gebäude (A.W. Weissman, 1895) und den Anbau,
entworfen von Benthem Crouwel Architekten. Foto: John Lewis Marshall.

Der Museumsverein besucht ca. alle sechs Jahre die großen Museen von Amsterdam. Im Mai 2000 lockten "Kurt Schwitters" und "Der Glanz des goldenen Jahrhunderts" in die Hauptstadt der Niederlande, wohingegen wir im Mai 2006 auf den Spuren von Rembrandt und Caravaggio wandelten. Sowohl das Stedelijk Museum als auch das Rijksmuseum wurden in diesen Jahren aufwändig umgebaut und saniert, so dass den Besuchern lange Zeit große Bereiche beider Museen verschlossen blieben.

Ende 2012 konnte dann das nach den Entwürfen von Benthem Crouwel Architekten umgebaute Stedelijk Museum wieder eröffnet werden und präsentiert seit dem eine Auswahl aller bedeutenden Strömungen der Modernen und Zeitgenössischen Kunst. Zu den Höhepunkten zählen sicherlich die 29 Bilder von Kasimir Malewitsch sowie die Sammlungen der deutschen Expressionisten, der amerikanischen Pop Art sowie der Arte Povera. In einer Führung wird neben Highlights der Sammlung auch die nicht unumstrittene, als Badewanne betitelte Architektur des Erweiterungsbaus vorgestellt.
Nur rund 400 Meter entfernt präsentiert das 1885 von Pierre Cuypers gebaute Rijksmuseum seine Glanzstücke der Sammlung, die am 13. April 2013 nach 10 Jahren Renovierung, Restaurierung und Umgestaltung wieder in das renovierte Hauptgebäude Einzug gehalten haben. Das Museum erlaubt den Besuchern eine Zeitreise, die vom Mittelalter bis zu Mondrian führt – in einem runderneuerten Gebäude mit einer spektakulären neuen Eingangshalle, prachtvoll eingerichteten Sälen und einer chronologischen Präsentation der Sammlung. Die Führung erlaubt einen Einblick in die Geschichte des Hauses mitsamt seinen wesentlichsten Werken der Kunst wie Rembrandts "Nachtwache" und Vermeers "Dienstmagd mit Milchkrug".

Absichtlich ist die frühe Anfahrt geplant, um zwischen den Führungen noch ausreichend Gelegenheit für eine individuelle Besichtigung beider Museen zu ermöglichen.

Hinweis: Bei Redaktionsschluss lag die Bestätigung der Führungen noch nicht vor, da beide Häuser den erwartungsgemäß hohen Besucherandrang organisieren müssen. Aktuelle Informationen dazu können bei der Anmeldung erfragt werden oder sind dann auf unserer Website hinterlegt. Ungeachtet auch der überraschend hohen Eintrittspreise von je 15 EUR p.P. und Museum sowie aller weiteren Kosten stellt die Fahrt nach Amsterdam sicherlich einen Höhepunkt der diesjährigen Tagesfahrten dar.

Abfahrt:

07.00 Uhr, Kaiser Friedrich Halle
07.15 Uhr, Rheydt, Sonderbushaltestelle Hauptbahnhof 10.30 Uhr Führung durch das Stedelijk Museum
Mittagspause: ca. 13.00 Uhr 15.30 Uhr Führung durch
das Rijksmuseum

Rückfahrt:

ca. 17.00 Uhr
Mindestteilnehmerzahl: 25 Personen
Begleitung: Dr. Christian Krausch
Preis: EUR 81,00

Anmeldung ab sofort im Sekretariat des Museumsvereins unter den bekannten Kontaktdaten. Bitte überweisen Sie den Kostenbeitrag nach erfolgter Anmeldung auf eines der Konten des Museumsvereins.


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LONELYFINGERS KONVERSTATIONSSTÜCKE
bis 2. Juni


lonelyfingers, Konversationsstücke 2013, Blick in die Ausstellung. Foto: Uwe Riedel

Weiterhin widmet sich das von den Künstlern Diango Hernandez und Anne Pöhlmann entwickelte Projekt lonelyfingers den künstlerischen Referenzen, den Anregungen und inspirationsgebenden Objekten, die im Allgemeinen zumeist vergessen werden und doch der Anfang von Kunstwerken sind. Alle Objekte dieser Ausstellung sind als FUNDE (FINDS) gekennzeichnet und werden im Wechselausstellungsraum eher als Geschichten denn als Kunstobjekte vorgeführt.

Konversationen mit Künstlern, Kaffee und Kuchen an folgenden Sonntagen jeweils um 16 Uhr: 5. Mai Jaros?aw Flinci´nski, 19. Mai Daniel Barroca, 2. Juni Glen Rubsamen


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ÜBRIGENS...

... ist es immer wieder spannend, zu erleben, wie intensiv die Präsenz mancher Kunstwerke ist, die lange nicht zu sehen waren. Im Augenblick sind gleich zwei starke Werkgruppen aus dem Bestand des Museums temporär ausgestellt: Royden Rabinowitch "Eine Auswahl von Skulpturen 1962-1983" in der Straßenebene (bis 2. Juni) und Erwin Heerich "Ensemble von 13 Kartonplastiken, 1980/81" im Graphischen Kabinett. In beiden Fällen handelt es sich übrigens um außerordentlich großzügige Schenkungen der Künstler selbst.

Von den frühen "Barrel Constructions" aus zerlegten Eichenfässern, deren Einzelteile in labiler Balance zu Skulpturen anordnet sind, bis zu den flachen "Manifolds", die trotz ihrer Beschaffenheit aus gesandstrahltem Stahl mit wunderbarer Leichtigkeit die Gesetze der Schwerkraft zu überwinden scheinen, reicht die Bandbreite der Exponate von Royden Rabinowitch (*1943 in Toronto – lebt in Dublin und Gent). Ein Fettkegel, dessen stählerner Kern eine manuell strukturierte, verletzliche Oberfläche aus reinem Fett und schwarzem Pigment erhielt, ergänzt das ausdrucksstarke Ensemble.


Erwin Heerich, Ausstellungsansicht im Graphischen Kabinett, 2013. Foto: Hannelore Kersting

Erwin Heerich (*1922 in Kassel - † 2004 in Meerbusch) entwickelte aus flachen Bögen von immer gleichem Karton mit gleichen Ausgangsmaßen (130 x 75 cm) allein durch Schneiden und Falten plastische Formen, deren Ordnungssysteme bei aller Vielfalt der

Möglichkeiten stets sichtbar bleiben. Nichts ist dem Zufall überlassen; selbst die Sockel, auf denen die Kartonplastiken stehen und die so angeordnet sind, dass die Plastiken von allen Seiten betrachtet werden können, wurden vom Künstler gestaltet. (HK)

...ist die in Berlin lebende Künstlerin Katja Strunz (*1970 Ottweiler) Preisträgerin des "Vattenfall Contemporary 2013", der jährlich von der "Vattenfall Kunstpreis Energie" in der Berlinischen Galerie vergeben wird. Ihre Skulpturen und ortsbezogenen Installationen sind minimalistische Konstruktionen, die sich in den Raum auffalten. Der strenge, gegenstandsfreie Formenkanon entsteht durch die Aneignung und Neuformulierung verschiedener abstrakter Strömungen, von Konstruktivismus bis Minimal Art. Bis zum 2. September zeigt die Berlinische Galerie, Museum für Moderne Kunst die Ausstellung "Viel Zeit, wenig Raum" . 2007 hat Katja Strunz für den Museumsverein die Jahresgabe "Stagnation" erstellt. Wenige Exemplare sind noch vorhanden. (CK)


Katja Strunz, Stagnation, 2007, Buchdruck, 27,5 x 22,5 cm
Auflage: 10 Exemplare + 2 Künstlerexemplare, signiert, datiert und nummeriert
Preis inkl. Passepartout, Rahmen und signiertem Katalog: 800 Euro inkl. MwSt.



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EIN AHNUNGSLOSER TRAUM VOM PARK 2012 – 2014

Ein Projekt von MAP Markus Ambach Projekte und Museum Abteiberg
26. MAI - 28. JULI 2013
PHASE 2: 2013


Ein ahnungsloser Traum vom Park, Christian Odzuck, Entwurf, 2013

Eine Ausstellung im öffentlichen Raum
des Mönchengladbacher Abteibergs
Ausstellungseröffnung: Sonntag, 26. Mai, 12 Uhr

Skulpturengarten, Hans Jonas-Park und die Mönchengladbacher Innenstadt: Unbekannte Nachbarn, die nahezu unentdeckt am Abteiberg nebeneinander liegen. Wie können sich diese öffentlichen Räume verbinden und zu einer sinnfälligen Choreographie verknüpfen? "Ein ahnungsloser Traum vom Park" sucht nach der gemeinsamen Zukunft dieser Orte.

In drei Phasen und drei Jahren verknüpft das Projekt den Abteiberg zur großen städtischen Sequenz, in der diese Räume zu einer komplexen Stadtlandschaft zwischen Museum und neuem Stadtzentrum werden. Phase 1 machte 2012 den Skulpturengarten des Museums zu einer städtischen Bühne mit interdisziplinärem Veranstaltungsprogramm, das Nachbarn des Parks und viele Besucher in den Skulpturengarten brachte und ihn als öffentlichen Raum reaktivierte.

PHASE 2: 2013

Die zweite Phase verknüpft nun zahlreiche, teils unbekannte Wege, Pfade und öffentliche Räume zwischen Skulpturengarten, dem angrenzenden Hans Jonas-Park und dem neu entstehenden Stadtzentrum an Hindenburg- und Stepgesstraße. Diese Ausstellung im öffentlichen Raum zeigt bildhauerische und interventionistische Arbeiten, teils Raumskizzen, teils träumerische Ideen, Neubetrachtungen, Möglichkeiten und Visionen für ein zukünftiges Ensemble dieser Räume am Abteiberg. Der Rundweg der Ausstellung führt entlang verschiedener künstlerischer Projekte vom Skulpturengarten über den Fliescherberg zum Hans Jonas-Park und zurück. Zu sehen sind dort Arbeiten von Meg Cranston, Jessica Gispert, Vesko Gösel, Tanja Goethe, Christian Jendreiko, Jakob Kolding, Thomas Locher, Ulrike Möschel, Alex Morrison, Christian Odzuck, Philipp Rühr und Henning Fehr, Andreas Siekmann und Ina Weber.

Begleitend findet ein umfangreiches Programm mit Konzerten, Open-Air-Kino und weiteren Veranstaltungen statt.

Ein Projekt von MAP und Museum Abteiberg, entworfen von Markus Ambach und Susanne Titz, in Kooperation mit der Stadtverwaltung Mönchengladbach, mfi Management für Immobilien und engagierten Förderern. Gefördert durch eine Anschubfinanzierung der Kunststiftung NRW sowie großzügige Förderung der Hans Fries Stiftung, der Stadtsparkasse Mönchengladbach, des Museumsvereins Mönchengladbach und weiterer Privatförderer und Unternehmen. (ST)


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TEXTILES: OPEN LETTER
23. Juni –10. November
Ausstellungseröffnung: Samstag, 22. Juni um 20 Uhr


Textiles: Open Letter, Beryl Korot
Text and Commentary, 1976-77
Fünf-Kanal Video Installation, schwarz-weiß
Textil, Zeichnungen, Videoübertragung
30 Minuten, Stereosound


Vorab im Rahmen der Ensemblia 2013: Konzert Morton Feldman,
Crippled Symmetry, um 18 Uhr in der Ausstellung

KünstlerInnen: Magdalena Abakanowicz, Anni Albers, Leonor Antunes,
Tonico Lemos Auad, Thomas Bayrle, Yael Davids, Sofie Dawo, Willem de Rooij,
Elsi Giauque, Sheela Gowda, Sheila Hicks, Paul Klee, Beryl Korot, Agnes Martin,
Katrin Mayer, Cildo Meireles, Nasreen Mohamedi, Lygia Pape, Josephine Pryde,
Florian Pumhösl, Elaine Reichek, Fred Sandback, Désirée Scholten, Gunta Stölzl,
Johannes Schweiger, Lenore Tawney, Rosemarie Trockel,
Vincent Vulsma und andere.

Kuratiert von Rike Frank und Grant Watson

Textilien zählen zu den ältesten Techniken einer europäischen und außereuropäischen Kulturgeschichte. Ihr Formenvokabular diente über Jahrhunderte einer visuellen Sprache und ermöglichte die Aufzeichnung eines ebenso technischen wie bildnerischen Wissens. Angesiedelt an der Wende zur Industrialisierung und Globalisierung dokumentieren Textilien einen Austausch zwischen unterschiedlichen Kulturen aber auch den gesellschaftlichen Wandel von der Einzel- zur Massenproduktion. Die Metapher der gewebten Struktur als Sinnbild für Gesellschaft ebenso wie für Text hat die Literatur und Philosophie sowie die Architektur und Soziologie geprägt. Gleichzeitig haben sich KünstlerInnen von Beginn an den Formen und Strukturen von Textilien orientiert: die dem Textilen eigene, spezifische Verbindung einer Kultur-, Stil- und Sozialgeschichte war eine der bedeutenden Inspirationsquellen für die Moderne Kunst.

Umso interessanter erscheint, dass die Rolle des Textilen in der bildenden Kunst bisher kaum oder nur partiell aufgearbeitet oder beachtet wurde. Dieser vielfältigen und einflussreichen Geschichte des Textilen in der (zeitgenössischen) Kunst widmet sich die Ausstellung und stellt vor dem Hintergrund, dass eine jüngere Künstlergeneration das Medium neu definiert, die Frage nach dessen aktueller Bedeutung.

Ausgehend von dem Prinzip der gewebten Struktur und dem Faden als organische Linie – wie sie u. a. Paul Klee beschrieben hat – setzt Textiles: Open Letter historische Werke und Arbeiten einer jüngeren Generation im Dialog zueinander: im Zentrum steht hierbei das Zusammenspiel von Abstraktion und Materialität als zwei gegenläufige und sich dennoch ergänzende stoffliche Qualitäten, die ganz wesentlich unsere Erfahrung von Raum und Materie prägen. So treffen raumgreifende Textilskulpturen auf minimalistische Fadengewebe und farblich changierende Webarbeiten gehen Verbindungen zur Zeichnung ein. Eine wichtige Rolle spielt hierbei auch die Fotografie, wie sie sich am Bauhaus parallel zu den Webwerkstätten als neues modernes Medium etablierte und, mit der Textur des Textilen experimentierend, diese in ein optisches Spiel übersetzte.

Die Ausstellung zeigt, auf welch vielfältige Weise die Geschichte des Minimalismus und der Konzeptkunst, wie sie die Sammlung des Museum Abteiberg prägen, vom Textilen beeinflusst und wie sehr gleichzeitig das Textile auch immer wieder aufgrund seiner Position zwischen angewandter und freier Kunst aus einem gängigen Kanon verdrängt wurde. Der Titel "Open Letter", der eine Arbeit der Bauhaus Künstlerin Anni
Albers aus dem Jahr 1958 zitiert, lässt sich in diesem Sinne als offener Brief verstehen, mit dem Ansinnen, die spezifischen Qualitäten des Textilen und deren Schlüsselfunktion in der Entwicklung einer abstrakten, visuellen Sprache neu zu denken. Die Auswahl an Arbeiten reicht vom Bauhaus und der internationalen Fibre Art-Bewegung der 1970er Jahre, die als feministische Bewegung das Gewebte als eigenständige Kunst etablieren wollte, bis hin zu einer Reihe von Arbeiten, die speziell für die Ausstellung entstanden. Wurde das Textile oft als "schwaches" Medium angesehen, zeichnet aus heutiger Perspektive seine facettenreiche, bildnerische, soziale wie technische Geschichte den besonderen Reiz des Textilen aus.

Die Ausstellung ist Teil eines zweijährigen Forschungs- und Ausstellungsprojekts von Rike Frank (Berlin), Grant Watson (London), Sabeth Buchmann (Wien) und Leire Vergara (Bilbao). Seit Sommer 2012 fanden in Vorbereitung der Ausstellung eine Reihe von Veranstaltungen statt: unter anderem ein Gespräch mit dem Textilsammler und Kurator Seth Siegelaub, eine Materialausstellung in der Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig sowie die Konferenz "Haptic Space" an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und TeilnehmerInnen finden Sie unter: www.textilesopenletter.info

In Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung und gefördert durch die Kunststiftung NRW


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SWAPNAA TAMHANE


Swapnaa Tamhane, 2013,
Foto: Stefanie Genenger

Die indo-kanadische Kuratorin Swapnaa Tamhane (*1976) beschäftigte sich bereits in ihrer Masterarbeit mit der indischen Installations- und Performance-Künstlerin Rummana Hussain (Mumbai 1952 – 1999). 2012 organisierte sie ein Symposium an der University of Toronto und der Justina M. Barnicke Gallery in Toronto, das sich mit der Entwicklung der Performancekunst in Indien und Afrika und den Thesen der Relationalen Ästhetik befasste. In Vorträgen und Texten thematisierte sie das politische Klima Indiens in den 1990er Jahren und dessen Einfluss auf die dortige Kunst und Kultur. Ihr Interesse richtet sich darauf, die Entwicklung der Gesellschaft und der Kunstszene in Indien zu verstehen, den Weg hin zur Gegenwart Indiens, die wir heute sehen.

Seit Dezember 2012 ist Swapnaa Tamhane für 17 Monate am Museum Abteiberg als International Fellow der Kulturstiftung des Bundes. Zur Zeit ist sie mit den Vorbereitungen der geplanten Ausstellung "Textiles: Open Letter" beauftragt. Sie ist Co-Kuratorin mit Susanne Titz der Gruppenausstellung "In order to Join" (Eröffnung 1. Dezember). Ziel ist – ausgehend von der indischen Künstlerin Rummana Hussain – eine Neubetrachtung der weiblichen Künstlergeneration der 1980er und 90er Jahre.


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Biennale Venedig 2013

Flugreise vom 22. – 25. August
Eine Kooperation mit dem NAKV

Leider musste der ursprünglich für Oktober vorgesehene Biennale-Besuch storniert werden. Gerne aber bieten wir die Fahrt nun in modifizierter Form (Donnerstag – Sonntag) zu einem früheren Zeitpunkt an. Unser Kooperationspartner ist der Neue Aachener Kunstverein, der ebenfalls seit Jahren die Biennale als eine der wichtigsten Ausstellungen für Zeitgenössische Kunst besucht. Frau Titz hat sich abermals bereit erklärt, die Gruppe zu begleiten.

Unverändert erfolgen die Buchungen der Flüge sowie die Reservierungen der Zimmer über das Hapag-Lloyd Reisebüro in Düsseldorf. Das Reisebüro vermittelt tagesaktuelle Flugpreisangebote, die dort mittels eines Anmeldeformulars (siehe Muster) direkt in Auftrag zu geben sind. (Stand 25.4.2013 ca. 290 EUR pro Person inkl. Steuern für den Hinflug mit Air Berlin und den Rückflug mit Germanwings. (Die Preise für den Flug variieren stark und sind aktuell im Hapag-Lloyd Reisebüro zu erfragen). Alternativ ist eine individuelle An- und Abreise möglich. Aufgrund der Möglichkeit, Billigflüge zu buchen, entscheidet der individuelle Buchungstermin über den Flugpreis!

Ausgangspunkt der Besichtigungen wird das Hotel Best Western Ala sein, das sich in den letzten Jahren als guter Ausgangspunkt erwiesen hat. Geplant sind für die gut drei Tage verschiedene Besuche der Biennale.

Der Preis für das Hotel beträgt für drei Übernachtungen inkl. Frühstück

Im Doppelzimmer: 483 EUR (p.P. 241,50 EUR)
Im Einzelzimmer: 381 EUR

Hinzu kommen p.P. ca. 220 EUR für die Eintritte zur Biennale, 72-Std. Vaporetto-Ticket, Kurtaxe sowie Flug, Hotel- und Reiseleitungskostenumlage. (Die Summe richtet sich nach der Teilnehmerzahl)

Die Zahlungen für den Flug erfolgen an das Hapag-Lloyd Reisebüro. Die Zahlungsweise/-art ist mit der Ansprechpartnerin vor Ort, Frau Fischer, zu klären. Die Umbuchungs/Stornobedingungen sind ebenfalls im Reisebüro zu erfragen.

Die Zahlungen für das Hotel sowie die Reiseleiterumlage sind nach Bestätigung der Flüge und der Reiseleitungsumlage auf das Konto des Museumsvereins 61010 bei der SSK MG, BLZ 31050000, zu entrichten. Bei Buchung fällt eine Anzahlung in Höhe von 50% der Hotelkosten an. Die Restzahlung erfolgt ca. 4 Wochen vor Reiseantritt.

Voraussichtliche Flugzeiten mit Air Berlin (Hin) und Germanwings (Rück) (vorbehaltlich Änderungen)

Hin: Donnerstag, 22.08.13. - Düsseldorf ab: 12.20 Uhr Venedig an: 13.50 Uhr
Rück: Sonntag, 25.08.13. - Venedig ab: 21.10 Uhr Köln/Bonn an: 22.30 Uhr

Mindestteilnehmerzahl: 15
Maximale Teilnehmerzahl: 22

Eingeschlossene Leistungen

Hinflug mit Air Berlin: Düsseldorf – Venedig (Marco Polo)
Rückflug mit Germanwings: Venedig (Marco Polo) – Köln/Bonn
3 Übernachtungen im Doppel-/ Einzelzimmer mit Bad oder Dusche/WC
Hotel Best Western Ala (www.hotelala.it)
3 x Frühstück
72-Stunden Vaporetto-Ticket
Eintritte Biennale (Giardini und Arsenale)
Flughafensteuern und (Sicherheits)-gebühren
Kurtaxe
Reiseleitung und Führungen durch Susanne Titz, Direktorin des Museums Abteiberg

Nicht eingeschlossen

Transfer zu den/von den Flughäfen in Deutschland
Transferkosten Venedig Flughafen – Hotel – Flughafen
Weitere Mahlzeiten
Trinkgelder
Alle nicht explizit genannten Leistungen
Reiserücktrittskosten- und Reiseabbruch-Versicherung

Anmeldung

Auf Grund der Kooperation mit dem Hapag-Lloyd Reisebüro Düsseldorf sind die Anmeldungen (Flug und Hotel) direkt dorthin zu schicken. Es gelten die Reisebedingungen der entsprechenden Vertragspartner, die Ihnen das Reisebüro nach Buchung zukommen lässt. Außerdem erhalten Sie vom Reisebüro eine Originalreiseanmeldung mit der Bitte um Unterschrift und Rücksendung an Hapag-Lloyd. Neben dem Hapag-Lloyd Reisebüro ist Ansprechpartner auch Dr. Christian Krausch.

Anmeldeschluss: 15. Mai 2013

Bitte senden oder faxen Sie Ihre Anmeldung entsprechend folgender Vorlage ausgefüllt und unterschrieben an:

TUI Leisure Travel GmbH
Hapag-Lloyd Reisebüro
Frau Fischer
Heinrich-Heine-Allee 37, 40213 Düsseldorf, Tel. 0211.86698-20
FAX 0211.86698-24, email: HYPERLINK "mailto:martina.fischer@hapag-lloyd-reisebuero.de" martina.fischer@hapag-lloyd-reisebuero.de

Bei Anmeldung per E-Mail oder Fax beachten Sie bitte folgenden Text & folgende Daten:

Hiermit melde(n) ich mich / wir uns verbindlich an für die Flugreise nach Venedig vom 22. – 25.08.13 an:

Name / Vorname / Geb.- Datum (Gegebenenfalls auch für zweite Person)

Einzelzimmer / Doppelzimmer zusammen mit ...

PLZ Ort / Straße Hausnummer

Telefon / Datum / Unterschrift


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P R O G R A M M


I. EXKURSIONEN


29. Juni
Tagesfahrt nach Amsterdam
Stedelijk Museum und Rijksmuseum


II. THEMENFÜHRUNGEN

12. Mai
Die Kunstsammlung des Museum Abteiberg, gestern-heute-morgen
Ulrike Engelke

19. Mai
Was ist Konzeptkunst?
Stephanie Regenbrecht

16. Juni
Ein ahnungsloser Traum vom Park
Skulpturen und Interventionen zwischen Abteigarten und Jonaspark
Stephanie Regenbrecht


III. AUSSTELLUNGEN

bis 2. Juni
lonelyfingers
Konversationsstücke

26. Mai
Ein ahnungsloser Traum vom Park
Phase 2: 2013
Ausstellungseröffnung, 12 Uhr
im Skulpturengarten

22. Juni
Ausstellungseröffnung, 20 Uhr
23. Juni – 10. November
Textiles: Open Letter
Vorab im Rahmen der Ensemblia 2013: Konzert Morton Feldman, Crippled Symmetry,

IV. SONSTIGE VERANSTALTUNGEN

5. Mai
Erster Sonntag
Freier Eintritt und Programm für Kinder und Erwachsene
lonelyfingers, Konversationsstücke Gespräch mit Jaroslaw Flincinski
16 Uhr: Herrn Balderichs Flohzirkus zu Gast im Museum Abteiberg
für Kinder von 5 - 10 Jahren

12. Mai
Internationaler Museumstag
"Vergangenheit erinnern –
Zukunft gestalten"
Eintritt frei

19. Mai
lonelyfingers, Konversationsstücke
Gespräch mit Daniel Barroca um 18 Uhr in der Ausstellung

2. Juni
Erster Sonntag
Freier Eintritt und Programm für Kinder und Erwachsene
lonelyfingers, Konversationsstücke
Gespräch mit Glen Rubsamen

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I M P R E S S U M


Herausgeber:
Museumsverein Mönchengladbach e.V.

Vorstand des Museumsvereins Mönchengladbach:

Prof. Rainer Wallnig (Vorsitzender)
Dr. Karl Porzelt (Stellvertretender Vorsitzender)
Ulla Driescher
Dr. Matthias Neuhausen
Susanne Titz

Ehrenvorstand des Museumsvereins Mönchengladbach:

Prof. Dr. Johannes Cladders †

Beirat des Museumsvereins Mönchengladbach:

Lieselotte Böhme
Dr. Carsten Christmann
Ulrike Engelke M.A.
Dr. Klaus Gronen
Uwe Hillekamp
Helene Hormes
Prof. Dr. Hans Dieter Jakubowski
Eugen Viehof

Redaktion der Druckausgabe:

Dr. Christian Krausch

Beiträge:

Dr. Hannelore Kersting (HK)
Dr. Christian Krausch (CK)
Uwe Riedel (UR)
Susanne Titz (ST)

Konzept, Gestaltung und Redaktion der Online-Ausgabe:

Thomas W. Kuhn

Die Verantwortung für Vorträge und Veranstaltungen trägt das Museum.
In den freien Beiträgen kommen die persönlichen Ansichten der Verfasser zum Ausdruck.

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