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Frühere Ausgaben der Mitteilungen



Mitteilungen November - Dezember 2012

01 AUSSTELLUNG - Expressionistisches II - Kleines Format - Große Gefühle
02
AUSSTELLUNG - Cezary Bozianowski - This place is called the Hole
03 JAHRESGABEN 2012
04 MITGLIEDSAUSWEISE 2013
05 VERANSTALTUNG
06 KATALOG- Quaytman
07 KINDERFÜHRER
08 REISEBERICHT - Auvergne
09 EXKURSION nach Dortmund
10 PROGRAMM
11 IMPRESSUM



A U S S T E L L U N G

EXPRESSIONISTISCHES II
AUS DER GRAPHISCHEN SAMMLUNG
KLEINES FORMAT – GROSSE GEFÜHLE

AUSSTELLUNG IM GRAPHISCHEN KABINETT
4. November – 3. Februar 2013
Eröffnung: Sonntag, 4. November, 12 Uhr

Zeichnungen und Druckgraphiken von Ernst Barlach, Otto Dix, Käthe Kollwitz, Otto Mueller, Otto Pankok, Hermann Max Pechstein, Christian Rohlfs, Karl Schmidt-Rottluff, Wilhelm Lehmbruck und anderen aus dem Bestand


Käthe Kollwitz, Schwangere Frau, 1910 © VG BILD-KUNST, Bonn 2012. Foto: Ruth Kaiser

Das Museum Abteiberg präsentierte Ende 2010 schon einmal "Expressionistisches" aus seiner Graphischen Sammlung und zeigt nunmehr eine weitere Folge dieser beliebten Kabinettausstellungen mit einer neuen Auswahl von Druckgraphiken und Unikaten auf Papier. Das Museum kann dabei auf einen reichen Fundus zurückgreifen, der aus konservatorischen Gründen jedoch nur selten gezeigt wird und nicht zuletzt deshalb in der Öffentlichkeit nach wie vor nur wenig bekannt ist. So ist auch diesmal wieder Überraschendes aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts zu sehen, das in einem Museum für Gegenwartskunst vielleicht nicht unbedingt erwartet wird.

Die kleine, aber hochwertige Sammlung expressionistischer Kunst verdankt das Museum Abteiberg einem Kunsthistoriker, dessen Name im Zusammenhang mit dem Museum in Mönchengladbach nicht oft genug Erwähnung finden kann. Dr. Walter Kaesbach (1879 - 1961), Museumsdirektor in Erfurt und späterer Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie schenkte seiner Geburtsstadt Mönchengladbach 1922 seine hervorragende Sammlung expressionistischer Kunst, die u.a. auch Werke auf Papier umfasste. Die Sammlung Kaesbach wurde allerdings 1937 mit wenigen Ausnahmen als "entartet" beschlagnahmt und war somit für Mönchengladbach bereits nach wenigen Jahren wieder verloren. In ihrer Wirkung sollte sich diese Schenkung allerdings als bahnbrechend und nachhaltig erweisen, denn die zukunftsweisende Ausrichtung des Museums auf die Kunst der Gegenwart war für das frühere Heimatmuseum von da an programmatisch. Der Förderkreis im Museumsverein würdigte die Leistung Kaesbachs nicht zuletzt Anfang 2012 durch den Ankauf einer Bronze-Büste Kaesbachs, die der schweizerische Bildhauer Alexander Zschokke 1932 schuf und seit Anfang des Jahres im Foyer des Museums steht.


August Macke, Der barmherzige Samariter, 1912
Foto: Achim Kukulies

Heinrich Dattenberg, erster hauptamtlicher Direktor des Museums nach dem Krieg versuchte, die Verluste der Sammlung Kaesbach auszugleichen, indem er in den 1950er und 1960er Jahren Ankäufe anderer Kunstwerke der ehemals in der Stiftung vertretenen Künstler tätigte. Diesem Bemühen Dattenbergs verdankt das Museum Abteiberg seine kleine expressionistische Abteilung in der heutigen Zusammensetzung.

Teil I der kleinen Ausstellungsfolge im Graphischen Kabinett, der auf sehr positive Resonanz stieß, zeigte 2010 eine Auswahl aus vergleichsweise umfangreichen Konvoluten von Blättern einiger Künstler der Brücke – Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde – in Gegenüberstellung mit Werken des großen Individualisten Max Beckmann.

Teil II der expressionistischen Kabinettausstellungen präsentiert eine unkonventionelle und spannende Zusammenstellung von Arbeiten auf Papier, die weitgehend losgelöst von kunsthistorischen Kriterien eine große Bandbreite von Zeichnungen und Druckgraphiken namhafter Künstler vorstellt, von denen viele nur mit einzelnen oder sehr wenigen Blättern in der Sammlung vertreten sind. In ihrem ungewöhnlichen Nebeneinander äußert sich sehr eindrucksvoll eine schier unglaubliche Bandbreite expressionistischer Tendenzen. So heterogen die Zusammenstellung der Blätter auch anmuten mag, eines ist ihnen zweifellos gemeinsam: sie alle interpretieren mehr oder minder dramatische Situationen und menschliche Emotionen auf sehr unterschiedliche, aber beeindruckend intensive und bewegende Weise – in kleinem Format. (HK)


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A U S S T E L L U N G

Cezary Bozianowski - This place is called the Hole
2. Dezember – 3. März 2013
Eröffnung: Sonntag, 2. Dezember, 12 Uhr


The Planned Landing, 2006, Foto: Monika Chojnicka
Mit freundlicher Genehmigung der Fundacja Galerii Foksal, Warszawa und des Künstlers

Diese Ausstellung präsentiert eine der wohl eigenwilligsten Positionen in der aktuellen Kunstszene: Cezary Bodzianowski. In Kooperation mit dem Muzeum Sztuki in Lodz realisiert das Museum Abteiberg die erste Museumsretrospektive des polnischen Künstlers.

Seit Mitte der 1990er Jahre ist Cezary Bodzianowski in der polnischen und internationalen Szene bekannt, als ein Autor von kleinen, oft fast unsichtbaren Interventionen, die in alltägliche Situationen eingreifen und Momente einer absurden, anarchistischen Poesie entstehen lassen. Cezary Bodzianowski hat inzwischen mehr als 1.000 (sic!) solcher Interventionen unternommen und darin deutet sich an, dass es hier nicht so sehr um eine Produktion von Kunstprojekten, sondern um ein Projekt für das Leben geht. Bodzianowskis Interventionen bzw. "Ereignisse" (Polnisch "wydarzenia", Englisch "events"), wie er sie selbst lieber nennt, finden fast immer in öffentlichen Räumen statt, nur selten an Kunstorten (Galerien, Museen), viel öfter außerhalb von ihnen. Viele dieser Ereignisse geschehen auch in privaten Räumen, das Publikum erfährt sie lediglich über Foto- oder Videodokumentation.

Bodzianowski produziert außerdem Skulpturen / Objekte, deren ironische Hintergründigkeit in der Tradition von Marcel Duchamps dadaistische Ready-Mades oder den Sprachspielen von René Magritte und Marcel Broodthaers steht: Diese Skulpturen sind zumeist alltägliche Objekte, sie werden von Bodzianowski leicht "modifiziert" oder nur ein wenig hervorgehoben und präsentieren im Ergebnis unerwartete Bedeutung und eine absurde Schönheit.

"Cezary Bodzianowski. This place is called the Hole" unternimmt nun erstmalig den Versuch, die Geschichte seines Werks zu rekapitulieren. In dieser Retrospektive geht es allerdings weniger um ein vollständiges Katalogisieren als vielmehr darum, die verschiedenen Strategien darzustellen, die Bodzianowski für sein Spiel mit der Realität nutzt. Dabei stellt sich die Frage nach dem Status der Realität in seiner Kunst und umgekehrt auch nach seinem Status als Künstler, also die Beziehung dieses künstlerischen "Ichs" zur Realität. Die Ausstellung zeigt Bodzianowskis Werk als ein Unternehmen zur Überwindung der Dichotomie von Kunst und Leben. Es ist eine provokative Alternative zu den utopischen Lebensentwürfen der historischen Avantgarden und ebenso zum neo-avantgardistischen Modell, das diese Utopie beendete und die Kunst nunmehr als eine beliebige (institutionalisierte) und in sich isolierte Disziplin des menschlichen Tuns sieht.

Die Ausstellung wird begleitet von einem Katalog mit Texten von Catherine Wood, Adam Szymczyk, Jaroslaw Suchan und Susanne Titz.

Cezary Bodzianowski wurde 1968 geboren. Er studierte Malerei an der Warschauer Akademie der Bildenden Künste und Bildhauerei an der Königlichen Kunstakademie Antwerpen. Die Werkschau von Cezary Bodzianowski ist das dritte gemeinsame Projekt des Museum Sztuki, Lodz und des Museums Abteiberg in Mönchengladbach. Sie wird realisiert mit großzügiger Unterstützung durch das Adam Mickiewicz-Institut Warschau, die Stiftung für Kunst und Kultur der Sparda Bank West und die Hans Fries-Stiftung. (ST)

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J A H R E S G A B E N - 2012

Auch in diesem Jahr bietet der Museumsverein seinen Mitgliedern ein exklusives Angebot an neuen Jahresgaben. So sind mit Katarzyna Przezwanska und R. H. Quaytman zwei Künstlerinnen vertreten, die 2012 erstmalig im Museum Abteiberg ausgestellt haben. Eine weitere Besonderheit ist eine Serie von Fotografien, in denen die Düsseldorfer Künstlerin Anne Pöhlmann, Absolventin der Kunstakademie Düsseldorf bei Thomas Ruff und Rita McBride, den Raum von Blinky Palermos überstrichener Wandarbeit im ehemaligen Büro von Rolf Hoffmann im alten Van-Laak-Gebäude porträtiert. Zu den "Favoriten" der diesjährigen Jahresgabenaktion zählt die Serie der "Kellergeister", die Thomas Virnich aus weißem Porzellan erstellt hat.

Die neuen Jahresgaben sind ab Sonntag, dem 18. November im Museum ausgestellt, ergänzt durch eine Auswahl von früheren, noch erhältlichen Editionen. An diesem Tag wird Dr. Christian Krausch von 11 bis 15 Uhr mit Auskünften sowie für den Verkauf aller Jahresgaben im Museum Abteiberg zur Verfügung stehen. (CK)


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M I T G L I E D S A U S W E I S E - 2013

Wie gewohnt werden die neuen Ausweise, diesmal in der Farbe Blau, Anfang Januar 2013 an die Mitglieder verschickt. Die alten, grünen Ausweise behalten bis 31. Januar ihre Gültigkeit. Sofern uns eine Einzugsermächtigung vorliegt, erfolgt anschließend der Einzug der Beiträge. Sollte sich Ihre Bankverbindung geändert haben, bitten wir Sie, uns umgehend zu informieren. Jährlich entstehen dem Verein durch Bankgebühren für Rückbelastungen bei fehlerhaften Angaben unnötige Kosten von bis zu 300 Euro. Zugleich bitten wir Sie uns mitzuteilen, falls sich Ihre aktuelle Adresse geändert haben sollte. Sofern Sie überdies Ihren Beitrag für das laufende Jahr noch nicht bezahlt haben sollten, bitten wir Sie, dies schnellstmöglich nachzuholen. Vielen Dank. (CK)


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V E R A N S T A L T U N G

Bühne für "Ein ahnungsloser Traum vom Park"


Bühne im Skulpturengarten des Museum Abteiberg, Foto: Marko Kosczowsky

Am 1. September erlebte die Bühne von Christian Odzuck ihren ersten Auftritt: Mehr als 500 Zuhörer kamen zum Open-Air-Konzert mit Punk, Heavy Metal, Alternative, Hip Hop und DubStep, einer neuen Kooperation des Museums mit dem benachbarten Jugendzentrum JUKOMM. Danach folgten im September Probenstücke aus dem Musiktheater (Josephine, Theater MG), Podiumsgespräche zum Erbe des Philo-sophen Hans Jonas und zur Zukunft von öffentlichem Raum, Grün und Stadt, zudem eine Folge des Gladbacher Feuilletons 4:3 und zum Abschluss Open-Air-Kino am 22. und 23. September mit dem Kontrakt des Zeichners und Ziemlich beste Freunde. Die erste Phase des dreijährigen Vorhabens "Ein ahnungsloser Traum vom Park" ist damit beendet, im Jahr 2013 folgen neue künstlerische Projekte im Grünen und - beflügelt durch den großen Erfolg - ein Bühnenprogramm im Skulpturengarten.


Auftritt einer Band im Skulpturengarten, Foto: Museum Abteiberg

Christian Odzuck, 1978 geboren in Halle an der Saale, ist Meisterschüler der Düsseldorfer Kunstakademie. Seit 2007 hat er eine Gastprofessur an der Abteilung für Kunst und Gestaltung an der Technischen Universität Wuhan in der Volksrepublik China. Die formale Qualität seiner skulpturalen Installationen und Aktionen im öffentlichen Raum führte zu dem Auftrag, eine wetterfeste "Konzertmuschel" für den Skulpturengarten des Museums Abteiberg zu entwerfen. Entstanden ist ein modellhaft abstraktes Objekt, zugleich Skulptur und Bühne, in der beinah nostalgischen Formensprache eines monumental vergrößerten Röhrenfernsehers. (ST)


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K A T A L O G

Kassettenkatalog von R.H. Quaytman



In Erinnerung an die legendären Mönchengladbacher Kassettenkataloge der 1960er und 70er Jahre hat R.H. Quaytman die Publikation zu, Chapter 24 im exakt gleichen Format in einer limitierten Auflage von
880 nummerierten Exemplaren angelegt. Die schwarzglänzende Kassette mit einem Quadratloch im Deckel
(vgl. Hans Hollein Kassettenkatalog von 1970) enthält 61 farbige Bildkarten aller Werke des Chapter 24, von Quaytman rückseitig betitelt und kommentiert mit kurzen Texten und Begriffen. Des weiteren enthält die Schachtel einen frühen faksimilierten Text von Yve-Alain Bois im französischen Original "L'arbre et le carré" (1977), in englischer Fassung "The Tree and the Square" (1978) und erstmaliger deutscher Übersetzung "Der Baum und das Quadrat" sowie einen Essay von Mark Godfrey in englischer und deutscher Sprache: "Systems, Sites, Squares, Surfaces and Spirals:
, Chapter 24 / Systeme, Orte, Quadrate, Oberflächen und Spiralen".

, Kapitel 24, erschienen im Eigenverlag des Museums Abteiberg
Museumspreis: 33,00 Euro


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K I N D E R F Ü H R E R

Kinderführer durch das Museum Abteiberg
Präsentation: Sonntag, 4. November um 15 Uhr



"Montags im Museum" heißt der Führer durch das Museum, der eher eine Abenteuergeschichte als ein "klassischer" Museumsführer ist. Im Vordergrund stehen die drei Protagonisten, Teddy, Constanze und ein personifizierter Audioguide, die einem Geheimnis im weltberühmten Holleinbau auf der Spur sind. Die Kunstwerke werden hierbei "en passant" erklärt und ordnen sich dem Handlungsverlauf unter, so dass es keine aufdringliche Didaktik gibt. Fachausdrücke werden in einem Glossar kindgerecht erklärt. Zum Schluss gibt es noch ein Suchspiel, das zu einem Besuch im Museum animiert.

Die farbigen Illustrationen der Figuren in den Museumsräumen, gezeichnet von Ulrike Engelke, und die lockere Sprache von Anke Michels unterstützen die Geschichte perfekt. Das Buch ist sowohl zum Lesen, zum Vorlesen als auch zum gemeinsamen Entdecken geeignet und richtet sich an Kinder von 6 bis 10 Jahren.
Der Förderverein des Lions Club Mönchengladbach ist Ko-Initiator und -Herausgeber und hat die Produktion des farbigen 80-seitigen Buchs aus Erlösen der Aktion "Altes Zahngold" finanziert.

Ein großer Teil der Auflage wird mit Unterstützung des Schulamts der Stadt Mönchengladbach über mehrere Jahre kostenlos an die Kinder der dritten Schuljahre aller Grund- und Förderschulen verteilt, so dass die Lehrerinnen und Lehrer die Geschichte im Unterricht zur Vorbereitung auf Museumsbesuche nutzen können.

Das Buch ist an der Museumskasse, im Handel oder beim Lions-Club (eMail: buchprojekt@lionsclub-mg.de) zum Preis von 16,80 Euro erhältlich. (UR)


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R E I S E B E R I C H T

Auvergne



Die Studienreise des Museumsvereins in die Auvergne vom 19. – 28. September war ein großer Erfolg. Das umfangreiche Programm wechselte zwischen der Besichtigung romanischer Kirchen, gotischer Kathedralen sowie dem Besuch verschiedener Museen für moderne und zeitgenössischer Kunst in Luxemburg, Metz, Clermont-Ferrand, Royère de Vassivière und Saint-Etienne. Ein ausführlicher Reisebericht folgt in der kommenden Ausgabe der Mitteilungen. (CK)


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E X K U R S I O N

Samstag, 17. November
Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität - Museum Ostwall – Fluxus
Hartware MedienKunstVerein - Sounds like Silence
(Cage – 4'33'' – Stille / 1912 – 1952 – 2012)


John Cages Aufführung von 4'33'' im Kölnischen Kunstverein, 1986, Standbild, Videodokumentation: Klaus vom Bruch

Im denkmalgeschützten ehemaligen Gär- und Lagerhochhaus der Dortmunder Union-Brauerei ist im Jahr 2010 das "Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität" entstanden. In einer einzigartigen Mischung aus Kunst, Forschung, kultureller Bildung und Kreativwirtschaft richten sich hier Veranstaltungen, Ausstellungen und unterschiedlichste kulturelle Angebote an ein breites Publikum und weisen damit weit über die Grenzen der Stadt und der Region hinaus. Im "U" kooperieren u.a. das Museum Ostwall, der Hartware MedienKunstVerein, das Kulturbüro der Stadt Dortmund, die Fachhochschule Dortmund, die Technische Universität Dortmund, das european centre for creative economy (ecce) sowie der Verein Kino im U e.V., der das RWE Forum betreibt.


Dortmunder "U", Animation "Fliegende Bilder" von Adolf Winkelmann 2010, Foto: Tachner (Wikipedia)

Aktuell ist auf der 6. Ebene die Ausstellung "Fluxus" des Museums Ostwall zu erleben, jener künstlerischen Bewegung, deren aus den USA, Europa und Asien stammenden Vertreter vor 50 Jahren zum ersten Mal gemeinsam neuartige Aktionsstücke in Form von kurzen, Aufsehen erregenden Performances aufführten. Beeinflusst durch John Cage, in dessen Kompositionen alltägliche Sounds, Zufall und das Publikum eine wichtige Rolle spielten, entstand eine genreübergreifende Kunstbewegung, die bisherige Kunstbegriffe radikal infrage stellte. Kunst und Leben einander näher zu bringen, ist ein Leitgedanke von Fluxus. Die Ausstellung mit Werken prägender Protagonisten wie George Brecht, Robert Filliou, Dick Higgins, Allan Kaprow, Milan Knízák, Alison Knowles und Wolf Vostell zeigt Arbeiten, die sich sowohl kritisch mit dem damaligen Zeitgeschehen beschäftigen als auch auf spielerische Art neue Sichtweisen auf Alltägliches ermöglichen. Dabei wird dem Publikum Gelegenheit gegeben, selbst Akteur zu sein.

Nach der gemeinsamen Mittagspause im nahegelegenen Restaurant Pfefferkorn schließt sich ein Besuch des Hartware MedienKunstVerein an. Anlässlich des 100. Geburtstags von John Cage im Jahr 2012 und des
60. Jahrestags der Uraufführung seines "stillen Stücks" mit dem Titel 4'33" (vier Minuten, 33 Sekunden) zeigt der Verein unter dem Titel "Sounds like Silence (Cage – 4'33'' – Stille / 1912 – 1952 – 2012)" Arbeiten, die sich mit ›Stille‹ in Medien und Wahrnehmung befassen. Die Komposition in drei Sätzen ohne intentionale Sounds ist heute das prominenteste Stück von Cage. Diese "Kunst ohne Werk" (John Cage) aktualisiert und transformiert Impulse der Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts wie z.B. der Ready-mades, die laut Marcel Duchamp "Werke ohne Kunst" sein sollten. 4'33" erfreut sich nach wie vor nicht nur bei Künstlern großer Popularität, sondern verweist auch auf aktuelle Fragen z.B. der Soundökologie. Der größte Teil der Ausstellung besteht aus künstlerischen und musikalischen Arbeiten, die sich auf 4'33" beziehen. Das Spektrum reicht von Robert Rauschenbergs "White Paintings" aus dem Jahr der Uraufführung von 4'33" (1952), Guy Debords Film "Geheul für De Sade" (ebenfalls 1952) und Heinrich Bölls "Doktor Murkes gesammeltes Schweigen" (1955), bis hin zu aktuellen Arbeiten von Manon de Boer, Martin Creed, den Einstürzenden Neubauten, Pierre Huyghe, Bruce Nauman, Gillian Wearing und anderen. Begleitend findet ein FLUXUS Klangkunstprogramm des Museums Ostwall und des Hardware MedienKunstvereins im Lautsprecher auf der Ebene U4 des Dortmunder U statt.

Da alle Ziele der Tagesfahrt fußläufig gut zu erreichen sind, ist die gemeinsame An- und Abreise mit der Bahn geplant. Es besteht eine direkte Verbindung. Umsteigen ist nicht erforderlich.

Treffpunkt:
9.10 Uhr Hauptbahnhof Mönchengladbach

Abfahrt:
Hauptbahnhof Mönchengladbach: 9.22 Uhr, Regional-Express, Gleis 4

Führung:
11.00 Uhr Fluxus – Kunst für Alle!

Mittagspause:
13.00 Uhr

Führung:
14.30 Uhr Sounds like Silence

Rückfahrt:
Dortmund Hauptbahnhof: 16.21 Uhr, Regional-Express, Gleis 16

Begleitung:
Dr. Christian Krausch

Preis: 36 Euro

Anmeldung ab sofort im Sekretariat des Museumsvereins unter den bekannten Nummern . Bitte überweisen Sie den Kostenbeitrag sofort nach erfolgter Anmeldung auf eines der Konten des Museumsvereins.(CK)


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P R O G R A M M


I. EXKURSIONEN


Samstag, 17. November
Tagesfahrt nach Dortmund
Das Dortmunder U - Fluxus und John Cage


II. THEMENFÜHRUNGEN

Sonntag, 18. November
11:30 Treffpunkt im Foyer des Museums
Die Jahresgaben des Museumsvereins Mönchengladbach
Dr. Christian Krausch


Sonntag, 16. Dezember
11:30 Treffpunkt im Foyer des Museums
Cezary Bodzianowski
Ulrike Engelke


III. AUSSTELLUNGEN

3. Juni bis 4. November
R. H. QUAYTMAN
, Chapter 24

23. September - 11. November 2012
Warmhaus - Katarzyna Przezwanska
Eröffnung Sonntag, 23. September um 12 Uhr

30. September - 18. November
Andreas Siekmann, Verhandlungen unter Zeitdruck
Eröffnung Sonntag, 30. September um 12 Uhr

4. November 2012 – 3. Februar 2013
Expressionistisches II - Aus der graphischen Sammlung - Kleines Format – Große Gefühle
Eröffnung: Sonntag, 4. November, 12 Uhr

2. Dezember 2012 – 3. März 2013
Cezary Bozianowski - This place is called the Hole
Eröffnung: Sonntag, 2. Dezember, 12 Uhr


IV. SONSTIGE VERANSTALTUNGEN

Sonntag, 4. November
Erster Sonntag: Freier Eintritt in das Museum Abteiberg
Programm für Kinder und Erwachsene

Sonntag, 18. November
Vorstellung der Jahresgaben 2012

Sonntag, 2. Dezember
Erster Sonntag: Freier Eintritt in das Museum Abteiberg
Programm für Kinder und Erwachsene


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I M P R E S S U M


Herausgeber:
Museumsverein Mönchengladbach e.V.

Vorstand des Museumsvereins Mönchengladbach:

Prof. Rainer Wallnig (Vorsitzender)
Dr. Karl Porzelt (Stellvertretender Vorsitzender)
Ulla Driescher
Dr. Matthias Neuhausen
Susanne Titz

Ehrenvorstand des Museumsvereins Mönchengladbach:

Prof. Dr. Johannes Cladders †

Beirat des Museumsvereins Mönchengladbach:

Lieselotte Böhme
Dr. Carsten Christmann
Ulrike Engelke M.A.
Dr. Klaus Gronen
Uwe Hillekamp
Helene Hormes
Prof. Dr. Hans Dieter Jakubowski
Eugen Viehof

Redaktion der Druckausgabe:

Dr. Christian Krausch

Beiträge:

Dr. Hannelore Kersting (HK)
Dr. Christian Krausch (CK)
Uwe Riedel (UR)
Susanne Titz (ST)

Konzept, Gestaltung und Redaktion der Online-Ausgabe:

Thomas W. Kuhn

Die Verantwortung für Vorträge und Veranstaltungen trägt das Museum.
In den freien Beiträgen kommen die persönlichen Ansichten der Verfasser zum Ausdruck.

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