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Mitteilungen November - Dezember 2008


Ausstellung: Gregor Schneider - E N D

Ausstellung: Luis Jacob - 7 Pictures of nothing repeated four times, in gratitude

Schenkungen des Museumsvereins - Auftakt zu einer neuen Reihe in lockerer Folge

Übrigens...

Exkursion nach Aachen und Monschau

Reisebericht

Der Kasperkoffer

Jahrbuch

Jahresgaben 2008

Vorankündigung

Programm November - Dezember

Allgemeine Informationen

Impressum



Aktuelle Ausstellungen

Ab 8. November 2008
Gregor Schneider - E N D

Eröffnung: Samstag, 8. November, 12 Uhr in Anwesenheit von Isabell Pfeiffer Poensgen, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, und Regina Wyrwoll, Generalsekretärin der Kunststiftung NRW

Sofern kein Orkan oder Dauerregen die extrem kurze Bauzeit von 5 Wochen durchkreuzt, wird am 8. November das Außenprojekt E N D, der "zweite Bauabschnitt des Museums Abteiberg" (Zitat G. Schneider) eingeweiht. Es entsteht ein Superzeichen, mit dem das Museum aus seiner innerstädtischen Randlage heraus tritt: Ein übergroßer Eingang, der sich auf die Szene des "Bauerwartungslands" vor dem Museum setzt und von verschiedenen Perspektiven aus, sowohl von der zentralen Stadtachse der Hindenburgstraße als auch in der Anfahrt von der Abteistraße alle Blicke auf sich ziehen und förmlich in sich hineinsaugen wird.
An dieser Stelle nunmehr einige Vorbemerkungen zu Hintergrund und Umfang des Projekts E N D. Der 1969 in Rheydt geborene und bis heute dort lebende Künstler Gregor Schneider und das Museum Abteiberg sind durch Ort und Ideen einander nahe. Das Haus u r (1985 – 1997), jenes Langzeitprojekt Schneiders in der Unterheydener Straße, das heute zu den bedeutendsten Werken der jüngsten Kunstgeschichte gezählt wird, und das Museum Abteiberg haben ihren Hintergrund in derselben Stadt. Zugleich ist die Ideen- und Baugeschichte des Museums Abteiberg in auffälliger Weise mit dem Diskurs des architektonischen Raums verbunden: Nicht nur die bahnbrechende Architektur von Hans Hollein, sondern auch viele Ausstellungen und die früh erworbenen Objekte von Gordon Matta-Clark belegen eine besondere Beziehung dieses Museums zur Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Architektur.

Bild aus rechtlichen Gründen entfernt!


Gregor Schneider, u 10, Kaffeezimmer, Rheydt 1993

Vor diesem Hintergrund war es in den vergangenen Jahren ein wichtiges Anliegen, neben dem früh erworbenen Raum "Abstellkammer" (Schenkung des Museumsvereins 1999) den zentralen Raum "Kaffeezimmer" aus dem Haus u r für die Museumssammlung zu gewinnen. Ebenso wichtig war es indessen auch, dass der Künstler selbst über Art der Präsentation seiner Räume am Abteiberg entscheidet. Ausgehend von der Erwerbung des Raums "Kaffeezimmer", welche nunmehr durch großzügige Förderung der Kulturstiftung der Länder, des Landes NRW und der Stiftung für Kultur und Wissenschaft der Stadtsparkasse Mönchengladbach ge-lang, entwarf Gregor Schneider eine Konstellation von Räumen, die sich im Inneren des Museums an den Tunnel END anschließen wird. Realisiert wird eine Inszenierung im völlig verdunkelten Museumsraum, die eine bühnenhafte Präsenz der Räume entstehen lässt. Neben den illuminierten Originalzimmern werden Projektionen aus dem Haus u r sowie bisher unveröffentlichte Filmarbeiten gezeigt, die das nahegelegene Braunkohlerevier oder auch das Geburtshaus von Joseph Goebbels auf der Odenkirchener Straße in Rheydt – unweit vom Haus u r – darstellen. Somit wird auch der geografische und historische Ursprungsort von Schneiders künstlerischer Auseinandersetzung markiert: das Haus in Rheydt und seine nahe regionale Umgebung, die verlassenen Abrisshäuser und Landschaften des rheinischen Tagebaus, Spuren von verdrängter Zeitgeschichte. Mit all diesen Mitteln wird die Situation eines "Non-Site" (Nicht-Orts) im Museumsraum entstehen (vgl. Robert Smithson), welche sich durch den gesonderten Außenzugang – den dunklen Weg durch das E N D – entscheidend verstärken wird.

Zur Wiedereröffnung des Museums Abteiberg im November 2007 gaben das Land NRW und die Kunststiftung NRW Förderzusagen, welche auch das Außenprojekt E N D realisierbar werden ließen. Doch es folgten harte Monate voller Detail- und Finanzierungsplanungen. Und so ist, kurz vor der Fertigstellung des großen Projekts, allen Betrachtern und Besuchern des Museums Abteiberg der Hinweis auf ein außerordentliches persönliches Engagement des Künstlers sowie eine unerwartet große Unterstützung von Mitstreitern in Mönchengladbach zu geben: Es waren Unternehmer und Privatleute dieser Stadt, welche die Realisierung dieses Museumsprojekts ermöglicht haben. Sie halfen, in enger Zusammenarbeit mit Gregor Schneider, durch Material, Arbeitsleistung und Geldspenden, lieferten Zeit und Kraft, überlegten spontan Talente und Kapazitäten, die für dieses Projekt einsetzbar wären. Gleichermaßen engagiert war das Baudezernat der Stadt, waren auch viele weitere Kolleginnen und Kollegen der städtischen Verwaltung, die das Museumsprojekt durch vielfältige Eigenleistungen unterstützten. Am 8. November wird ein monumentales Gemeinschaftsprojekt eröffnet, das auch Ausdruck einer großen Wertschätzung der Gegenwartskunst und des Museums in dieser Stadt geben wird.
Zu den Zugangsbedingungen dieses Projekts: Das persönliche Erleben steht im Vordergrund. Erfahrungen aus vorangegangenen Projekten Gregor Schneiders haben bewiesen, dass das Alleinsein in Räumen von Gregor Schneider von entscheidender Bedeutung ist. Aus diesem Grund wird der Zugang zum E N D begrenzt und eine Zugangskontrolle über den Empfang an der Museumskasse organisiert. Jeder Museumsbesucher, der das E N D erleben will, meldet sich an der Museumskasse und erhält dort ein spezielles Ticket, das zu einem bestimmten Zeitpunkt den Einlass gewährt. (ST)



Susanne Titz und Gregor Schneider, Aufbau E N D, Foto: Uwe Riedel

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Luis Jacob. 7 PICTURES OF NOTHING REPEATED FOUR TIMES, IN GRATITUDE
7. Dezember 2008 – 15. Februar 2009

Der in Toronto lebende Künstler Luis Jacob (*1970 in Peru) ist nicht nur bildender Künstler, sondern auch Lehrer, Autor und gesellschaftlicher Aktivist. Seit seiner Teilnahme an der Documenta 12 in Kassel ist eine große internationale Aufmerksamkeit für sein Werk entstanden. Das besondere Charakteristikum des interdisziplinären und multimedialen Werks von Luis Jacob liegt in seiner Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Bedeutung von Kultur, konkreter ausgedrückt: mit der Utopie der Bildenden Kunst, einflussreich für die Formung der Gesellschaft zu sein.

Bild aus rechtlichen Gründen entfernt!


Atelier Luis Jacob, Sommer 2008

"7 Bilder von Nichts viermal wiederholt, in Dankbarkeit", lautet der mysteriöse Titel seines Projekts für den Abteiberg, seiner erster Museumsausstellung in Deutschland. Im großen Wechselausstellungsraum inszeniert Luis Jacob eine atmosphärische Nachbildung des Werks von Mark Rothko, einem der berühmtesten abstrakten Expressionisten, dessen gegenstandslose Malerei bis heute unverminderte Faszination auslöst. In vier Kabinetten werden die großformatigen Gemälde ausgestellt, eines von ihnen wird als ein dunkler Raum gestaltet, in dem die Betrachter durch Schwarzlicht illuminierte abstrakte Formen und Farben erleben. Die Beziehung zwischen Objekt und Betrachter soll hier in einer fast surrealen Steigerung erfahrbar werden: als eine dunkle und verführerische Magie. Jacobs neue Gemälde zitieren die Mark Rothkos berühmt gewordene Kapelle in Houston, gleichermaßen erinnern sie an die Funktion des Museums als einen Ort der Transzendenz. (ST)


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Schenkungen des Museumsvereins
Auftakt zu einer neuen Reihe in lockerer Folge

Nicht zuletzt der neue Bestandskatalog belegt eindrucksvoll, was wir eigentlich schon wussten: an den Erwerbungen des Museums Abteiberg und damit an einer Kernaufgabe des Museums, die in dem Aufbau einer Kunstsammlung von hoher Qualität besteht, hat der MV großen Anteil; zur Zeit größeren als der städtische Träger, der das Museum seit Jahren nur mit einem eher symbolischen Ankaufsetat ausstattet.
Allein in den vergangenen gut 25 Jahren (seit Eröffnung auf dem Abteiberg) waren es exakt 100 Kunstwerke, die der MV einschließlich des Förderkreises im MV auf Wunsch des Museums erwarb, oder die mit finanzieller Unterstützung des MV angekauft werden konnten. Während es sich der Förderkreis zur Regel machte, Kunstwerke vollständig zu finanzieren und dem Museum zu schenken, hat sich der MV gelegentlich auch anteilig an Ankäufen beteiligt – mit dem Ziel, die Eigenmittel des Museums aufzustocken, beispielsweise um höhere Fördermittel beantragen zu können.

Bild aus rechtlichen Gründen entfernt!


Robert Ryman, Napier, 1962

Von den erwähnten 100 Kunstwerken wurden 80 vollständig erworben und dem Museum geschenkt, 20 wurden anteilig finanziert. 54 der Kunstwerke hat der Förderkreis in der Zeit seines Bestehens erworben. In den vergangenen 25 Jahren haben MV und Förderkreis nicht weniger als 1,1 Mio. EUR (!) für Ankäufe des Museums ausgegeben, davon gehen knapp 600.000 EUR auf das Konto des MV.

War es anfangs der MV, der deutlich mehr Geld für Neuerwerbungen zur Verfügung stellte als der Förderkreis, so hat sich dies ins Gegenteil verkehrt. Nach 1995, d.h. nach dem Ankauf des Bildes "Napier" von R. Ryman, an dem sich der MV mit der für ihn ungewöhnlich hohen Summe von ca. 100.000 EUR beteiligte, ist der MV nur noch 1999 und 2005 mit kleineren Beträgen (insgesamt ca. 20.000 EUR) bei Neuerwerbungen in Erscheinung getreten. Dies mag u.a. daran liegen, dass andere Dinge gefördert wurden, wie z.B. der Bestandskatalog oder der Audio-Guide; oder auch daran, dass die Zahl der Mitglieder des Förderkreises (aktuell 72) deutlich gestiegen ist, so dass dem Förderkreis mehr Gelder für Ankäufe zur Verfügung stehen.

Die eindrucksvollen Zahlen sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei der Förderung der Ankaufsaktivitäten finanzielle Zuwendung und Wertsteigerung kein Selbstzweck sind. Das unermüdliche Engagement der Mitglieder, das nicht oft genug hervorgehoben werden kann, trägt in erster Linie wesentlich dazu bei, das inhaltliche Sammlungsprofil des Museums zu schärfen und es um ausgewählte künstlerische Positionen zu ergänzen. Um diese inhaltliche Bereicherung immer wieder zu veranschaulichen, werden wir in den Mitteilungen demnächst in lockerer Folge einzelne Kunstwerke, die im Laufe der Jahre als Schenkungen von MV und Förderkreis erworben wurden,
vorstellen. (HK)


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Übrigens

... ist am Bodensee eine Ausstellung an zwei Orten zu sehen, die Walter Kaesbach und seinem Kreis gewidmet ist. Das Städtische Kunstmuseum in Singen (27.9. – 7.12.08) und die Städtische Wessenberg-Galerie in Konstanz (27.9.08 – 11.1.09) zeigen rund 120 Kunstwerke von Heckel, Nauen, Rohlfs, Schmidt-Rottluff, Macke sowie anderen Künstlern und vermitteln einen Eindruck davon, wie sehr Kaesbach auch noch in seiner Zeit in Hemmenhofen am Bodensee, wohin er sich nach 1933 zurück gezogen hatte, als Mentor der Moderne tätig war. Das Museum Abteiberg ist mit insgesamt 12 Leihgaben an dieser Ausstellung beteiligt.
Im Libelle-Verlag Lengwil ist ein Katalog erschienen (15 EUR), der den neusten Stand der Forschung zu Walter Kaesbachs Wirken (nicht nur am Bodensee) zusammenfasst. (HK)

... ist der Museumsverein Mönchengladbach jüngst auf Empfehlung des Förderkreises Krefelder Kunstmuseen e.V. sowie des Freundeskreises des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Münster e.V. in den "Bundesverband der Fördervereine deutscher Museen für bildende Kunst e.V." mit Sitz in Hamburg aufgenommen worden. "Zweck des Vereins ist es, die Arbeit der Fördervereine deutscher Museen in ihrer jeweils individuellen Aufgabenstellung zu stärken und zu fördern." [...] (§ 3 der Satzung)
Weitere Informationen unter www.bundes-verband-der-foerdervereine.de (CK)


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Exkursion
Samstag, 15. November 2008
Aachen, Ludwig Forum für Internationale Kunst. Ausstellung "Das Haus" Atelier Van Lieshout Monschau, Kunst- und Kulturzentrum (KuK) sowie Atelierbesuch Kai Savelsberg


Ein besonderes Programm aus Atelierbesuch und Ausstellungsbesichtigungen ist für diese letzte Fahrt im Jahr 2008 geplant. Zu Beginn besuchen wir das Ludwig Forum für Internationale Kunst mit der spektakulären Ausstellung "Das Haus" des in Rotterdam ansässigen Teams des Ateliers van Lieshout (AVL). Seit seiner Gründung 1995 überschreitet das AVL immer wieder in komplexen Fragestellungen tradierte Gattungsgrenzen zwischen Philosophie, Soziologie, Biologie und Stadtentwicklung. In allen ebenerdigen Räumen des Ludwig Forums zeigt das Team eine opulente Zusammenstellung seiner grenzüberschreitenden Werke und richtet so bsp. in Form eines "Modularen Schlafzimmers" oder "Unabhängigkeitsraums" an Versuchseinrichtungen erinnernde Rauminstallationen ein. Es ist gelungen, Herrn Prof. Harald Kunde, Direktor des Ludwig Forums, zu gewinnen, der uns in einer Führung mit der bizarren Welt des Atelier van Lieshout vertraut machen wird. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eines kurzen Blicks auf das jüngst eröffnete "Ground Floor Project" der Kölner Künstlerin Siglinde Kallnbach.

Bild aus rechtlichen Gründen entfernt!


Atelier Van Lieshout, Bonnefantopia, 2003

Nach der Mittagspause im Restaurant "Brasserie Aix" im nahegelegenen Frankenberger Viertel geht die Fahrt weiter nach Monschau, jenem sog. "zauberhaften Eifelschatz". Hier werden wir im rund 150 jährigen Gebäude des ehemaligen Finanzamtes zu einer Besichtigung des Kunst- und Kulturzentrums Monschau (KuK) erwartet, das Ateliers sowie eine Artothek unter einem Dach vereint. Momentan werden Zeichnungen von Tina Labuzinski (*1969 Berlin), der aktuellen Inhaberin des Montjoie-Stipendiums gezeigt, mit dem die Stadt Monschau sowie der Kreis Aachen regelmäßig junge Künstler fördert. Überdies präsentiert das KuK Fotoarbeiten vom vorherigen Stipendiaten, Andreas Gabbert (*1977 Simmerath). Anschließend ist ein beschaulicher Spaziergang durch die Altstadt von Monschau zum nahegelegenen Atelier von Kai Savlesberg (*1975 Aachen) vorgesehen, der Zeit lässt für eine kurze Pause in den zahlreichen CafÈs am Wegesrand. Savelsbergs Malerei ist ganz der Figur gewidmet, die dabei grundsätzlich schemenhaft erscheint. Durch überlagernde Gazen sowie übermaltes Papier regelrecht versteckt wirken seine Figuren geradezu gefangen, dabei aber nie von Hoffnungslosigkeit durchdrungen. Savelsberg Bilder verhüllen mehr, als dass sie preisgeben, und wecken genau damit unser Interesse. Nach einem Gespräch mit dem Künstler ist dann die Rückfahrt nach Mönchengladbach vorgesehen.


09.30 Uhr Abfahrt Kaiser-Friedrich-Halle Mönchengladbach
09.45 Uhr Abfahrt Sonderbushaltestelle Hauptbahnhof Rheydt
11.00 Uhr Führung durch die Ausstellung "Das Haus" im Ludwig Forum (Prof. Dr. Harald Kunde)
13.00 Uhr gemeinsame Mittagspause im Restaurant "Brasserie Aix"
14.00 Uhr Weiterfahrt nach Monschau
15.00 Uhr Führung durch das KuK, anschließend Atelierbesuch bei Kai Savelsberg
18.00 Uhr Rückfahrt


Begleitung: Dr. Christian Krausch
Preis: 38,50 EUR
Anmeldung ab sofort im Sekretariat des
Museumsvereins, Tel.: 02161 - 252647
Mo. - Do. von 9 - 13 Uhr, sonst Anrufbeantworter, per Fax: 02161 - 252659,
E-Mail c.krausch@museumsverein-moenchengladbach.de oder schriftlich.
Hotline für den Tag der Reise:
0177 - 7368528 (Krausch)

Bitte überweisen Sie den Kostenbeitrag sofort nach erfolgter Anmeldung auf eines der Konten des Museumsvereins.


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Reisebericht
Baltikum 4. – 12.09.08

Die Exkursion des Museumsvereins führte in diesem Jahr mit 26 Personen nach Litauen, Lettland und Estland. Am Flughafen von Vilnius (Wilna) erwartete uns unsere Führerin, eine deutsch verheiratete Lettin, gelernte Architektin. Sie sollte sich während der ganzen Fahrt als kompetente und angenehme Leiterin erweisen der in Litauen und Estland ebenfalls herragende landsässige Führer zur Seite traten.



Gruppenfoto Gudrun Zamboch

Von unserem Hotel, das wir alle Hotels der folgenden Tage komfortabel war, konnten wir die Altstadt von Vilnius zu Fuß erkunden. In der spätsommerlichen Sonne strahlend weiß leuchtend präsentierte sich das klassizistische Palais des Staatspräsidenten. Gleich nebenan liegt die Universität, ein Komplex von Bauten des 16. bis 20. Jahrhunderts. Die Bürgerhäuser der Altstadt sind dagegen meist niedrig, häufig in frischen Farben gestrichen. Geradezu auffallend waren die Sauberkeit der Straßen und das Fehlen von Schmierereien an Hauswänden. Vilnius rühmt sich seiner Toleranz gegenüber Völkerschaften und Religionen. Von den Juden, die ein Drittel der Einwohnerschaft bildeten, sind heute kaum noch Spuren zu finden, doch Russen, Ukrainer oder Armenier haben heute noch ihre alten Kirchen, sie prägen zusammen mit den vielen meist barocken Kirchen das Bild der Altstadt. Zu sowjetischer Zeit geschlossen und zweckentfremdet wurden sie nach der Wende mit großem Eifer eindrucksvoll restauriert. Sie vermitteln zusammen mit vielen Sitzplätzen vor Restaurants und Cafes einen Hauch südlichen Lebensgefühls.

Der Folgetag führte zum wenige Kilometer nördlich nahe dem geografischen Mittelpunkt Europas liegenden Europapark. In traumhaft schöner Landschaft mit sanften Hügeln, satten Wiesen, lichten Birkengruppen und schattigem Kiefernwald liegt hier eine große Anzahl zeitgenössischer Skulpturen.

Erstes Ziel des nächsten Tages war Kaunas (KOWUO) mit einer kleinen, fast dörflich wirkenden Altstadt. Von der Neustadt, die vor allen von Bauten der 20er und 30er Jahre geprägt ist, als Kaunas provisorische Hauptstadt Litauens war, konnte man nur im Vorbeifahren einen Blick erhaschen. Ziel war das in jenen Jahren entstandene Nationalmuseum mit seinem neuen Anbau, der dem wohl bedeutendsten Künstler Litauens, Ciurlionis, gewidmet ist. Zunächst vornehmlich Komponist wandte er sich später der Malerei zu und schuf ein höchst eigenständiges Werk zwischen Symbolismus und Expressionismus.

In Klaipeda (Memel) sind nach Kriegszerstörung und Neubau nur wenige Spuren preußisch- wilhelminischer Vergangenheit zu finden. Es ist heute eine weitgehend gesichtslose Stadt. Die kurische Nehrung hat durch Bewaldung viel von ihrer eigentümlichen Dünenlandschaft verloren.

Auf der Weiterfahrt nach Norden besuchten wir den Berg der Kreuze. Auf und um einen Hügel stehen und liegen hier unzählbar viele große und kleine Kreuze, die ihrerseits wieder mit Kreuzen und Kreuzchen behängt sind oder sich Kreuze zu Haufen stapeln – ein höchst eindrucksvolles nationales und religiöses Monument.
Im Süden Lettlands steht die von einem Italiener erbaute Sommerresidenz Rundale der Herzöge von Kurland, das schon in sowjetischer Zeit nach und nach in privaten Einsatz vieler restauriert wurde und heute beliebtes Ausflugsziel ist.

Mit einem mächtigen nächtlichen Gewitter endete in Riga das schöne Spätsommerwetter. In den folgenden Tagen war es frühherbstlich kühl.

Rigas Altstadt wurde im Krieg heftig zerstört und damit ist ihr Charakter trotz Wiederaufbaus vieler öffentlicher Gebäude – etwa des Schwarzhäupterhauses – der Kirchen und mancher Privathäuser stark beeinträchtigt. Daran trägt sicher auch Schuld, dass zum Ende des 19. Jahrhunderts die Stadt sehr reich war und in der Altstadt viele Alt- durch Neubauten ersetzt worden waren. Doch was dort Nachteil war, war in der Neustadt Vorteil. Hier führte der Aufschwung im 1. Jahrzehnt des 20. Jahrhundert zu großer Bautätigkeit und es entstand eine Fülle von Bauten des Jugendstils wie sie in dieser Masse absolut einmalig ist.

Die Fahrt durch den Ganja-Nationalpark führte nicht nur durch reizvolle Landschaft, sondern auch zu geschichtsträchtigen Ruinen mittelalterlicher Burganlagen.

In Tartu (Dorpat) in Estland lebt man in einer kleine Universitätsstadt. Ihr Bild ist geprägt von vielen kleinen Fakultäts- und Institutsgebäuden vornehmlich aus dem 19. Jahrhundert. Über die sowjetische Zeit hinweg erhielt sich ein studentisches mit Verbindungen, Mützen und Bändern – für uns nostalgische Reminiszenz, für die Esten nationaler Ausdruck der Verbindung mit dem Abendland. Die Hauptkirche der Stadt ist auch in noch nicht völlig restaurierten Zustand das eindrucksvolle nördlichste Beispiel der Backsteingotik. Schon nahe der Nordküste Estlands liegt Palmse der wohl besterhaltene Gutskomplex estnischen Adels. Von 10.000 ha des Besitzes wurde allerdings nur der geringste Teil für den Ackerbau genutzt, der Rest war Wald, Sumpf, Seen. Neben dem klassizistischen Herrenhaus mit seiner gepflegten Gartenanlage umfasste das Areal Scheunen, Stallungen, Werkstätten, eine Brauerei sowie Wohnungen für das Gesinde und eine Schule für deren Kinder. Man kann hier sehr gut die Standesunterschiede nachvollziehen, die bis zum 1. Weltkrieg die deutsche Herrenschicht von der Klasse der estnischen Bevölkerung trennte.

Tallinn (Reval) besticht schon durch seine Lage an gleich mehreren Buchten der Ostsee und bietet in der Altstadt das Bild einer weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Stadt. Dabei waren Oberstadt und Unterstadt bis weit in die Neuzeit zwei durch Mauern getrennte rechtlich selbstständige Gemeinden. In der Oberstadt residierte die adelige Oberschicht mit dem Haus der estländischen Ritterschaft und dem Dom. Heute ist dort der Sitz des Parlaments, der Regierung und einiger Botschaften. In der Unterstadt, einer alten Hansestadt lebten die Bürger und trieben Handel und Wandel. Auch heute sind hier die Straßen und Gassen geprägt von Geschäften und zahllosen Gaststätten. Das Erbe der Handwerkgilden setzt sich fort in Gemeinschaften von Handwerkern, die sich in Gassen und Höfen zusammengefunden haben. Außerhalb der Innenstadt liegen am Ufer der Ostsee Villenviertel mit den vielfach aus Holz gebauten Häusern der Oberschicht des 19. Jahrhunderts. Hier liegt auch das Barockschloss Katharinental, das sich Peter der Große einrichten ließ, eingebettet in große Parkanlagen. Moderne Architektur ist vertreten mit einem katholischen Nonnenkloster, das als fast exotische Erscheinung bei den estländischen Intellektuellen Interesse findet. Nahe dem Schloss liegt auch das estnische Nationalmuseum mit einem großzügigen reizvollen Neubau. Und schließlich findet sich hier auch die große Anlage für die Sängerfeste, die jeweils zigtausende von Sängerinnen und Sängern vereinen. Die Verbindung mit der Altstadt ist das Hafengebiet, wo in großem Stil alte Fabriken abgerissen werden und ersetzt werden durch einen modernen Stadtkern, der geprägt wird durch Hochhäuser mit Stahl, Glas und Beton.

Dr. Busso Diekamp


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Der Kasperkoffer
2. November, 15 Uhr

Der Kasperkoffer zeigt: Der doppelte Kasper
Einmal im Jahr kommt Christoph Stüttgen nach Mönchengladbach und zeigt Kindern zwischen 4 und 8 Jahren seine neuen Kaspermärchen. Diesmal geht es um ein künstlerisches Missgeschick; das gemalte Porträt des Kaspers macht sich plötzlich selbständig und tritt als zweiter Kasper auf. Ein turbulentes Verwechselungsspiel be-ginnt, wer ist der echte, wer der falsche Kasper? Und wie bekomme ich den falschen Kasper wieder zurück ins Bild?

Bild aus rechtlichen Gründen entfernt!


Der doppelte Kasper ist ein Stück in 4 Akten und dauert 45 Min. Der Eintritt ist frei. (UR)

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Rheydter Jahrbuch 2008

Voraussichtlich Anfang Dezember 2008 erscheint das neue Rheydter Jahrbuch für Kultur und Geschichte der Stadt Mönchengladbach. Besonderheit dieser Ausgabe sind u.a. folgenden Beiträge: "Die Architektur des Museums Abteiberg vor und nach der Restaurierung" (Hannelore Kersting), "Mönchengladbach und Josef Beuys" (Hans Schürings), "Gregor Schneider, Mönchengladbach" (Susanne Titz), die konkret Themen zur zeitgenössischen Kunst und Architektur aufgreifen. Erstmalig und exklusive erhalten die Mitglieder des Museumsvereins Mönchengladbach die Möglichkeit, das Buch zum Selbstkostenpreis von ca. 14,00 EUR (gegenüber ca. 18,00 EUR Buchhandelspreis) an der Kasse des Museums Abteiberg zu erwerben. Die genauen Preise sind in Kürze an der Museumskasse unter der Tel.-Nr. 252637 zu erfragen. (CK)


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Jahresgaben 2008

Erneut präsentiert der Museumsverein seinen Mitgliedern mit Arbeiten von Olivier Foulon, Joanne Greenbaum, Kitty Kraus, Peter Piller sowie Gregor Schneider attraktive neue Jahresgaben. Weitere Informationen dazu sowie eine Übersicht über die noch erhältlichen Jahresgaben der Vorjahre finden Sie unter dem Link Jahresgaben.

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Vorankündigung

Zwei mal Gerhard Richter steht auf dem Programm. Für den 17. Januar ist eine Fahrt Zum Schloss Morsbroich in Leverkusen geplant, das bislang wenig bekannte übermalte Fotografien des Künstlers zeigt. Anschließend erwarten uns rund 40 abstrakte Werke im Museum Ludwig in Köln. Bitte unbedingt vormerken!


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Programm November - Dezember 2008

I. Themenführungen

II. Sonstiges

III. Ausstellungen


I. Themenführungen

An den angegebenen Sonntagen um 11.00 Uhr
Treffpunkt ist das Foyer des Museums

Sonntag, 16. November
Gregor Schneider – End
Uwe Riedel

Sonntag, 21. Dezember
Joseph Beuys - Zwischen Filz und Fett
Julia Brungs


II. Sonstiges

Sonntag, 2. November
Erster Sonntag 10 - 18 Uhr
15 Uhr: Der Kasperkoffer
Freier Eintritt in das Museum Abteiberg

Samstag, 8. November
Ausstellungseröffnung Gregor Schneider
12 Uhr

Sonntag, 9. November
10 bis 13 Uhr
Vorstellung der neuen Jahresgaben

Samstag, 15. November
Tagesfahrt nach Aachen und Monschau

Sonntag, 7. Dezember
Erster Sonntag 10 - 18 Uhr
12 Uhr: Ausstellungseröffnung
Luis Jacob – 7 Pictures of Nothing
Repeated Four Times, in Gratitude
Freier Eintritt in das Museum Abteiberg


III. Ausstellungen

Bis 16. November 2008
Rita McBride
Public works

ab 8. November
Gregor Schneider
End

7. Dezember - 15. Februar 2009
Luis Jacob
7 Pictures of Nothing Repeated Four Times, in Gratitude

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Allgemeine Informationen

Städtisches Museum Abteiberg
Abteistraße 27
41061 Mönchengladbach
Telefon: 02161 - 252631
Telefax: 02161 - 252659
Internet: www.museum-abteiberg.de
e-mail: mail@museum-abteiberg.de

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr
Heiligabend, 1. Weihnachtstag, Silvester und Neujahr geschlossen

Öffnungszeiten Skulpturengarten
Täglich 10 bis 18 Uhr

Museumsverein:
Die Mitgliedschaft beinhaltet freien Eintritt zu allen Museen in Mönchengladbach und Krefeld; Informationen und Einladungen zu den Aktivitäten des Museums und des Museumsvereins; freien Eintritt zu Veranstaltungen; kostenlosen Bezug der Mitteilungen; Berechtigung zur Teilnahme an Exkursionen und zum Erwerb von Jahresgaben.
Jahresbeitrag 31,00 Euro, Familienmitglied 13,00 Euro, Ermäßigungen 10,00 Euro

Geschäftsstelle
Krichelstraße 16, 41061 Mönchengladbach
Telefon: 02161 - 252647
Telefax: 02161 - 252659
Montag bis Donnerstag 9 - 13 Uhr
sonst Anrufbeantworter
c.krausch@museumsverein-moenchengladbach.de

Bankverbindungen
Stadtsparkasse Mönchengladbach
(BLZ 310 500 00) Konto 61 010
Gladbacher Bank AG
(BLZ 310 601 81) Konto 3597016


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Impressum
Herausgeber:
Museumsverein Mönchengladbach e.V.

Vorstand:
Dr. Karl Porzelt, Ingeborg Wallnig,
Thomas Kuhn, Dr. Ralf Seidel,
Susanne Titz
Ehrenvorstand: Prof. Dr. Johannes Cladders

Beirat:
Dr. Carsten Christmann, Doris Christmann,
Dr. Busso Diekamp,
Prof. Heinz Döhmen, Ulrike Engelke,
Helene Hormes,
Prof. Dr. Hans Dieter Jakubowski,
Manfred Langen, Dr. Matthias Neuhausen,
Eugen Viehof

Redaktion: Dr. Christian Krausch,
Beiträge: Dr. Hannelore Kersting (HK),
Dr. Christian Krausch (CK), Uwe Riedel (UR); Susanne Titz (ST)
Druck: Fritz Altgott oHG, Mönchengladbach
Die Verantwortung für Vorträge und Veranstaltungen trägt das Museum.
In den freien Beiträgen kommen die persönlichen Ansichten der Verfasser zum Ausdruck.

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