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Mitteilungen September - Oktober 2004


Ausstellungsübersicht

Themenführungen

Künstlergespräch mit Johannes Brus

Neue Leiterin: Susanne Titz

Erstmals ausgestellt: Wolfgang Laib

Ausgeliehen

Satzungsänderung nicht erforderlich

Übrigens...

Exkursion nach Nordspanien

Johannes Cladders wird 80

Ruhestand: Peter Terkatz



Ausstellungen

25. April - 5. September 2004
Johannes Brus - "Hauptsache Brancusi"

20. Juni - 31. Oktober 2004
Ayse Erkmen- "bound to / gebunden an"

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Themenführungen

jeweils sonntags 11.30 Uhr
Treffpunkt: Foyer des Museums

5. September 2004
Künstlergespräch mit Johannes Brus
Moderation: Dr. Hannelore Kersting

19. September 2004
Skulpturengarten
Astrid Opitz, M.A.

3. Oktober 2004
Was mach ein kaputter Teddy im Museum? -
Alltagsgegenstände in der Kunst

Eine Führung mit Kindern und ihren Eltern
Ulrike Engelke, M.A.

17. Oktober 2004
Franz West / Martin Kippenberger
Jens Stittgen

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Künstlergespräch mit Johannes Brus

5. September 2004
11.30 Uhr
Moderation: Dr. Hannelore Kersting

Johannes Brus hat sich bereit erklärt, die Exponate seiner Ausstellung "Hauptsache: Brancusi" im Museum Abteiberg selbst zu erläutern und den Besuchern Rede und Antwort zu stehen. Das ?uvre dieses vielseitigen Künstlers umfasst sowohl bildhauerische als auch fotogra-fische Werke, und aus beiden Bereichen zeigt das Museum Abteiberg eine konzentrierte Auswahl. Sowohl die humorvollen Objekte, die eine liebevolle, ironische Hommage an den großen Bildhauer Brancusi sind, als auch die malerischen, prozesshaften Fotografien zeugen von einer ausgeprägten Neigung zur Improvisation und zum experimentellen Umgang mit unkonventionellen künstlerischen Techniken.
Das persönliche Gespräch mit dem Künstler, der u.a. seit 1986 als Professor an der Hochschule der Künste in Braunschweig tätig ist, gibt Gelegenheit, authentische Informationen gleichsam aus 1. Hand zu erhalten und verspricht eine besonders intensive Vermittlung seiner Werke.
Das Foto zeigt Johannes Brus in seinem Atelier in Essen, in dem er zur Vorbereitung auf die Ausstellung eine Probeaufstellung der Brancusi-Paraphrasen vornahm.

Hannelore Kersting

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Neue Leiterin: Susanne Titz

Am 1. Oktober 2004 wird die neue Leiterin des Fachbereichs Museen, Susanne Titz, ihre Tätigkeit aufnehmen. Aus diesem Anlass haben wir Frau Titz gebeten, sich mit einer ersten Grußbotschaft an die Mitglieder des Museumsvereins zu wenden - eine Bitte, der sie gerne nachgekommen ist:
H.K.


Sehr geehrte Mitglieder des Museumsvereins,

es ist eine Herausforderung und Ehre, die Leitung des Museums Abteiberg anzutreten. Dieses Haus ist ein Begriff in der deutschen Museumsgeschichte, ein ,Coup‘, der den Mönchengladbachern in einzigartiger Weise gelungen ist. Mich beeindruckt die Geschichte des Museums und ebenso die bedeutende Rolle, die der Museumsverein in ihr einnimmt: Es ist nicht nur der Gründungsdirektor Johannes Cladders, sondern auch ein langjähriges bürgerliches Engagement gewesen, das dieses Museum hervorbrachte.

In den kommenden Monaten möchte ich Sie kennen lernen und mehr über Ihr Interesse am Museum Abteiberg erfahren. Ich hoffe, dass es ein waches und neugieriges Interesse ist, ein Engagement für die akuten, jetzt aufbrechenden Fragen der Gegenwartskunst, das Sie leitet. Denn solche Menschen braucht ein Museum: als eingeweihte ,Vertraute‘, als Multiplikatoren, Förderer und aktiv Mitwirkende. Der Mehrwert Ihrer Mitgliedschaft im Museumsverein ist durch das exklusive Angebot der Jahresgaben und Reisen bestens eingeführt und wird Sie auch in den nächsten Jahren begleiten - übrigens sind mir bei erster Durchsicht der Editionen einige Schätze aufgefallen, die Sie erwerben sollten, bevor es andere tun. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Museum will ich indes auch neue Angebote und Möglichkeiten von persönlicher Mitwirkung erproben, die Ihre Mitgliedschaft in den nächsten Jahren noch interessanter bzw. aktiver machen soll. So werden wir nach engagierten Mitgliedern fahnden, die dazu bereit sind, uns bei der Wiedereröffnung des Cafés zu helfen. Gesucht wird ein tragfähiges Konzept und eine Zuverlässigkeit, die es wieder zu einem kommunikativen Ort im Museum macht und z.B. auch unseren überregionalen und internationalen Besuchern stets Sicherheit gibt, einen Kaffee, ein Sandwich oder Stück Kuchen bei uns zu finden. Ebenso wichtig ist die Betreuung eingeladener Künstler, die nach meiner Erfahrung immer dann die besten Arbeiten realisieren, wenn sie in die Stadt aufgenommen werden, d. h. sich nicht wie ortlose ,Handlungsreisende‘ sondern als Gäste wohl und willkommen fühlen. Ihr persönlicher Mehrwert als Mitglied des Museumsvereins soll im unmittelbaren Kontakt liegen, den wir Ihnen bieten und der zugleich all jenen, die das Museum Abteiberg besuchen, als eine besondere Atmosphäre dieses Hauses bewusst werden kann.

Es ist noch zu früh, das Programm des Museums Abteiberg für die nächsten Jahre darzustellen. Ich bitte Sie um Verständnis dafür, dass wir zunächst in fälligen Renovierungs- und Bestandsarbeiten sowie in vielerlei Dingen aktiv sind, die das berühmt gewordene Haus für die Zukunft vorbereiten. Wenn wir uns im Herbst im Museum Abteiberg treffen, werden wir Ihnen erste Ergebnisse dieser Arbeit darstellen und konkretere Ideen des Programms ankündigen.

Ich freue mich darauf, Sie an diesem Abend kennen zu lernen.

Mit herzlichen Grüßen
Susanne Titz

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Erstmals ausgestellt

Ein frühes Werk aus dem Werkkomplex der Wachshäuser von Wolfgang Laib befindet sich schon seit einigen Jahren in der Sammlung des Museums Abteiberg. "Ein verschlossenes Haus" von 1988/90 konnte bereits 1992 mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Museumsvereins erworben werden, war in Mönchengladbach aber bisher nie zu sehen. Nachdem in den vergangenen Monaten einer der vielleicht schönsten Räume des Museums, die hohe Galerie in der Nähe des Kassenbereichs, vollständig renoviert worden ist, da der Austausch des defekten Glasdaches notwendig geworden war, konnte dieses bedeutende Werk nun erstmals an exponierter Stelle optimal präsentiert werden. Der lichtdurchflutete, lang gezogene Raum, der 2 Stockwerke hoch ist, erlaubt es, das Wachshaus in der vom Künstler gewünschten großen Höhe anzubringen. Das vollständig geschlossene, stilisierte Haus, dessen Form an einen Reliquienschrein erinnern mag, besteht vollständig aus Bienenwachs und ruht, einem Sarkophag in südländischen Kirchen vergleichbar, auf 2 Holzbalken, die in die Wand eingelassen sind. Die besondere räumliche Situation der kleinen Brücke auf halber Höhe der Galerie erlaubt einen interessanten Wechsel des Standortes und der Perspektiven.

Hannelore Kersting

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Ausgeliehen

Das Neue Museum in Nürnberg, Staatliches Museum für Kunst und Design, zeigt vom 13. Oktober 2004 bis zum 16. Januar 2005 eine Ausstellung mit dem Titel "70/90. Engagierte Kunst". Darin werden Werke zweier verschiedener Künstlergenerationen der 70er und 90er Jahre exemplarisch gegenübergestellt. Das Museum Abteiberg ist mit den 3 Zeichnungen "This way Brouwn" (1961) von Stanley Brouwn vertreten.

Hannelore Kersting

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Satzungsänderung nicht erforderlich

In der Mitgliederversammlung am 26.04.2004 war auf eine eventuell anstehende Satzungsänderung hingewiesen worden (siehe auch Mitteilungen Juli/August 2004). Aufgrund einer ursprünglich geplanten Gesetzesänderung zum Ende des Jahres 2004 musste mit einem Verlust der Gemeinnützigkeit gerechnet werden, was für das Museum Abteiberg und für den Museumsverein gravierende Folgen gehabt hätte. Der Vorstand hatte deshalb vorsorglich eine Änderung der Satzung vorbereitet und angekündigt. Diese Satzungsänderung ist glücklicherweise nicht mehr notwendig. Die seit Monaten im Raum stehende bange Frage nach der zukünftigen steuerlichen Behandlung der Fördergelder des Museumsvereins für das Museum Abteiberg scheint nun definitiv im Sinne der Kulturförderung beantwortet zu sein. Nach uns vorliegenden Informationen des Deutschen Städte-tages ist das Steuerrecht (Abgabenordnung) dahingehend geändert worden, dass die Gemeinnützigkeit von Fördervereinen (hier: Museumsverein) erhalten bleibt, auch wenn die geförderten Einrichtungen (hier: Museum Abteiberg) Teil eines Betriebes gewerblicher Art, z.B. der Stadt Mönchengladbach, sind. Nachdem mehr als drei Jahre lang Übergangsregelungen getroffen worden waren, kehrt der Gesetzgeber nunmehr dauerhaft zu der bis Ende 2000 geltenden Rechtslage zurück.

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Übrigens...

...
ist das Buch "Skulpturengarten - Museum Abteiberg Mönchengladbach", das im B. Kühlen Verlag erschien, seit dem 1. Juli 2004 preiswerter geworden. Es kostet nun EUR 14,90. Für Mitglieder des Museumsvereins beträgt der Vorzugspreis EUR 10,50

... hat der Museumsverein neue Plastiktüten produzieren lassen. Mit Informationen über das Museum und den Verein bedruckt, werben die Tragetaschen für das Haus sowie für eine Mitgliedschaft im Museumsverein.

... ist Thomas Rentmeister vom 22.07. bis 26.09. 2004 unter dem Titel "Zwischenlandung" mit einer umfangreichen Einzelausstellung in der Kunsthalle Nürnberg vertreten. Mittelpunkt der Ausstellung ist die große Arbeit "Santo" von 2003, ein gewaltiges Objekt aus rund 130 ausrangierten Kühlschränken, die zu einem dynamischen Architekturgebilde zusammengestapelt worden sind. Zwischenräume und Kontaktstellen wurden dabei mit Babycreme verspachtelt. Das Material nutzt der Künstler auch
im Zusammenhang anderen Arbeiten. "Wenn etwa der frische Geruch der Babycreme auf einen sorgfältig gestapelten Kubus aus 2800 Packungen Papiertaschentücher trifft, werden Erinnerungen an Kindheit und Spiel, an laufende Nasen und frische Windeln wach. Stets werden der ästhetischen Erscheinung der Objekte emotionale Elemente infiltriert, die subtil und mit leisem Humor die Kunst an das reale Leben zurückbinden" (Auszug aus dem Faltblatt zur Ausstellung).

Das Motiv der Jahresgabe von Thomas Rentmeister "Penatencreme schützt und beruhigt" ist ein weiteres zentrales Thema dieser großzügigen Einzelausstellung. In einem der sechs Räume wurde es als flächendeckende Wandarbeit ausgeführt. Das Foto, auf dem Thomas Rentmeister bei der Eröffnung seiner Ausstellung vor diesem Werk zu sehen ist, zeigt lediglich einen Ausschnitt von 2 der insgesamt 3 Motive. Der Siebdruck selbst ist in der Ausstellung ebenfalls vertreten.
Wenige Exemplare der Jahresgabe von Thomas Rentmeister aus dem Jahr 2003, sind noch erhältlich. Mit einer verstärkten Nachfrage aus Anlass der Ausstellung ist zu rechnen, zumal das Werk u.a. in der Süddeutschen Zeitung vom 28.07.04 abgebildet war. Unabhängig von der Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg wurde im Focus Nr.30 vom 19.07.04 auf die Jahresgabe "Penatencreme schützt und beruhigt" als KUNSTTIPP hingewiesen.

... hatten 2 Mitglieder des Förderkreises im Museumsverein und langjährige treue Freunde des Museums eine gute Idee. Inge und Hans-Georg Hollweg feierten Ende August Ihren gemeinsamen "150." Geburtstag in der Cafeteria des Museums und machten daraus eine Benefiz-Veranstaltung für das Museum. Anstelle von Geschenken wurde um Spenden für das Museum gebeten, die in diesem Falle zur Finanzierung des geplanten, neuen Bestandskataloges beitragen werden, wofür sich das Museum auch an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich bedanken möchte. Es war nach mehreren Jahren das 2. Mal dass es aus dem Förderkreis heraus zu einer solchen privaten Initiative kam, die sehr zur Nachahmung empfohlen ist...

... ist im Rahmen weiterer Werbemaßnahmen das "Plakat" des Museumsvereins als ganzseitige Anzeige in der Ausgabe von "c/o Mönchengladbach bis August 2004" sowie auf der Rückseite des Programmheftes "Zeit.Zeichen" zum 23. NRW-Theatertreffen erschienen.

... ist das Angebot des Museumsvereins an Jahresgaben nach wie vor aktuell. So sind in der jüngsten Ausgabe des "Belser Kunst Quartal" - neben Thomas Rentmeister - 10 weitere Ausstellungen von Künstlern aufgeführt, die mit noch erhältlichen Jahresgaben im Museumsverein Mönchengladbach vertreten sind.

... ist Hans Hollein kürzlich in New York mit dem Arnold W. Brunner Memorial Prize ausgezeichnet worden. Wenngleich nur mit 5000 Dollar dotiert, gilt die Auszeichnung neben dem Pritzker Archi-tecture Prize, den Hollein bereits 1985 u.a. für den Bau des Museums Abteiberg erhielt, weltweit als eine der höchsten Ehrungen für Architekten.

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Exkursion nach Nordspanien

Groß war die Nachfrage an der Herbstreise des Museumsvereins nach Nordspanien vom 18. - 24. Oktober 2004. Am 14. Juli 2004, dem vorgegebenen Stichtag für die Anmeldungen, häuften sich zahlreiche Faxe und Briefe in der Geschäftsstelle des Büros, teilweise schon um 0.24 Uhr auf den Weg geschickt. 46 Mitglieder interessierten sich für die zu vergebenden zehn Doppelzimmer und fünf Einzelzimmer, so dass, der Gerechtigkeit halber, eine Auslosung unumgänglich war. Im Hinblick aber auf die große Nachfrage wird die Fahrt nach Nordspanien - Bilbao - San Sebastian - Burgos in der Zeit vom 6. - 12. Juni 2005 noch ein weiteres Mal angeboten. Die genauen Informationen dazu folgen Anfang des Jahres.

Christian Krausch

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14. September 2004 - Johannes Cladders wird 80

Brief eines Freundes

Lieber Johannes,

die Faszination unserer frühen Kindheit bleibt, als wir durch Heben von zwei, drei Fingerchen die Zahl gelebter Jahre anzuzeigen lernten: Du hast nun also schon 8 Mal "mit vollen Händen" gelebt und schickst Dich an, es weiterhin zu tun. Dass Dir dies in der Dir eigenen geistigen Kraft und körperlichen Frische noch lange vergönnt sein möge, wünschen wir Dir von ganzem Herzen.

Wir soll hier heißen: Auch der Museumsverein, den ich hier selbstverständlich mit einbeziehe, denn Du hast für ihn bislang so viel getan wie niemand sonst.

Deine seit Beginn Deiner Tätigkeit 1967 als Museumsdirektor konsequente Zuwendung zur unmittelbaren Gegenwartskunst führte dazu, dass sich die Zahl der Mitglieder des Museumsvereins in wenigen Jahren mehr als verzehnfachte. Ganz offensichtlich verstanden und verstehen immer noch viele Deine Botschaft, dass Kunst und insbesondere die Kunst der Gegenwart eine der Möglichkeiten des Menschen ist, Welt zu erkennen und bewältigen. - Dass sie außerdem auch ein identifikationsstiftender Standortfaktor ist, hast Du schlüssig gemeinsam mit all denen bewiesen, die mit Dir zusammen das Museum Abteiberg vor mehr als 20 Jahren realisierten.

Als ich mit meiner Familie 1984 in diese Stadt kam, haben wir die Existenz dieses Museums sehr bald als Bereicherung unseres Lebens schätzen gelernt. - In Kürze wird nun die letzte Verantwortlichkeit für das Museum in neuen Händen liegen, erstmals in denen einer Direktorin. Wir waren froh, dass Du als Ehrenvorsitzender des Museumsvereins in die Findung der Person mit einbezogen warst. Sei gewiss, dass wir auch in Zukunft freudig und engagiert uns für die Belange des Museums einsetzen werden, damit es weiterhin seinem bisherigen Anspruch gerecht werden kann, Heimstatt für Kunst der Gegenwart weit über die Grenzen dieser Stadt hinaus zu sein.

Dir nochmals alle guten Wünsche zum Geburtstag. Bleib gesund und uns wie dem Museum Abteiberg gewogen wie bisher.

Dein
Hans Dieter

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Ruhestand: Peter Terkatz

Am 31. August 2004 trat Peter Terkatz in den Ruhestand. Wohl allen Mitgliedern des Museumsvereins und auch vielen anderen Besuchern des Hauses ist er bekannt. Mehr als drei Jahrzehnte gehörte er zur Kernmannschaft des Museums als eines der wichtigsten Mitglieder. Am 2. März (der 1. war ein Sonntag) 1970 trat Peter Terkatz, ein junger Mann, wohl ausgestattet mit dem Meisterbrief des Tischlerhandwerkes, seinen Dienst im alten Gebäude des Museums in der Bismarckstraße 97 an. Seine Aufgaben waren von Anfang an äußerst vielfältig und mit dem Begriff eines Ausstellungstechnikers nur annäherungsweise zu umschreiben. Der personelle Bestand des Museums war damals noch äußerst gering. Der Betriebsausflug des Amtes 43 (Museum) im Jahre 1970 fand beispielsweise mit der gesamten Belegschaft von vier Personen im vom Chef selbst gesteuerten PKW statt. Damals mussten die wenigen Kräfte bereit sein, alle möglichen Aufgaben im Haus zu übernehmen, auch solche, zu denen sie arbeitsrechtlich nicht verpflichtet gewesen wären. Engagement war gefragt und Liebe zur Sache.

Peter Terkatz war der erste technische Mitarbeiter des Hauses und musste zunächst einmal eine Werkstatt einrichten, sich zugleich aber auch sofort in den laufenden Betrieb des Hauses einbringen. Im Hause Bismarckstraße konnten die vorhandenen Museumsbestände nie in Permanenz, sondern nur in Wechselausstellungen gezeigt werden. Zu jeder dieser etwa sechs bis neun Ausstellungen pro Jahr war das Haus komplett neu zu bestücken. Dazu mussten die Kunstwerke erst einmal präsentabel gemacht werden. So fertigte Peter Terkatz im Laufe der Jahre eine schier unglaubliche Vielzahl von Rahmen, Passepartouts, Sockeln, Untersätzen und Vitrinen; schreinerte Regale und Gestelle für Depots, besserte Rahmen aus, spannte Leinwände neu, sorgte für sachgerechte Lagerung, reparierte Möbel, Fenster und Türen - kurz alles was technisch und handwerklich zu erledigen war, lag in seinen Händen.

Für die Ausstellungen fremden Kulturgutes waren An- und Abtrans-porte zu bewerkstelligen und Verpackungen zu konstruieren, und wenn besondere Kunstwerke besondere Aufsicht erforderlich machten, wurde auch schon mal in den Räumen des Museums übernachtet.

Für die Hängung von Bildern, Aufstellung von Objekten und Bewerkstelligung von Installationen entwickelte Peter Terkatz ein besonderes Geschick. Er entwickelte immer wieder große Kreativität, mit der er auf die Wünsche der Künstler einging. In vielen Fällen schlug er eigene Lösungen vor, die von den Künstlern selbst zur Realisierung ihrer Intentionen aufgegriffen wurden. So entstand zu vielen Künstlern auch eine enge Beziehung; sie alle schätzen die Arbeit von Peter Terkatz sehr.

Peter Terkatz verfügt über ein außergewöhnlich sicheres Gefühl für eine optimale Präsentation. Ein treffliches Beispiel bot die Ersteinrichtung bei der Eröffnung des Museums Abteiberg. Auch im neuen Haus mit seinen wesentlich anderen Verhältnissen bewährte sich die Könnerschaft von Peter Terkatz.

Peter Terkatz musste nicht selbst Künstler sein und auch nicht Museumsleiter, um am Erfolg vieler Ausstellungen entscheidend Anteil zu haben. Er war sich seiner Qualitäten durchaus bewusst und bezeichnete sich selbst im bescheidenen Stolz als Handwerksmeister. Dem Museum war er mit Herz und Verstand in guten wie schwierigen Zeiten ganz eng verbunden, strahlte bei Erfolgen und litt sichtbar mit, wenn es weniger gut ging. Der Museumsverein ist Peter Terkatz zu besonderem Dank verpflichtet, kümmerte er sich doch in vielen Fällen um die Jahresgaben, von denen er manche erst in präsentable Form brachte. Der Museumsverein wünscht Peter Terkatz von Herzen, dass er sich auch in Zukunft seine Liebe zur Kunst und vor allem zum Museum Abteiberg erhalten möge und in vielen kommenden Jahren genießen kann.

Dr. Busso Diekamp

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