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Morgan Fisher, Sixteen Walls, 2011, Motiv 1 A


Morgan Fisher, Sixteen Walls, 2011, Motiv 1 B


Morgan Fisher, Sixteen Walls, 2011, Motiv 2 A


Morgan Fisher, Sixteen Walls, 2011, Motiv 2 B

Morgan Fisher

Sixteen Walls, 2011

4 Motive
Siebdruck (4/0-farbig bzw. 6/0-farbig) auf
300g-Büttenpapier
Je 50 x 50 cm, glatt beschnitten
Auflage: 12 Sätze à 4 Motive + 2 Künstlerexemplare
signiert und nummeriert
Preis: 2.100 EUR für 4 Motive im Satz (Nr. 1/12 – 6/12)
einzelne Motive: je 700 EUR


"Am Anfang von Sixteen Walls stand meine Bewunderung für das Werk von Blinky Palermo und die Besichtigung der Spuren von einer Wandmalerei Palermos, die in Mönchengladbach entstand und kürzlich wiederentdeckt wurde. Das Museum Abteiberg regte mich dazu an, eine Arbeit zu entwerfen, die auf Palermo und auch auf den Raum, in dem er seine Arbeit machte, reagiert.

Wie schon in früheren Arbeiten war mein Ausgangsmotiv eine spezifische Architektur. Es gab eine Wand mit einer Nische, und in dieser Nische befand sich eine weitere. Die beiden Nischen bildeten eine konkave Form. Eine konkave Form impliziert eine konvexe, genauso wie eine Gussform einen Abguss impliziert. Ein solcher Abguss an der Wand müsste genau gegenüber der Gussform platziert werden. Sixteen Walls ist das Resultat dieses imaginären Prozesses. Eine Wand rekonstruiert die Wand mit ihren Vertiefungen, die andere Wand ist die Konstruktion des Abgusses, den die Vertiefungen ergeben.

Die erste Wand hat vier Hauptflächen bzw. Wände. Diese werden durch vier Wände voneinander getrennt, die so schmal sind, dass man sie normalerweise nicht als Wände bezeichnen würde. Die erste Wand besteht daher nun aus acht Wänden, ebenso wie die zweite Wand, was in Summe sechzehn Wände ergibt. Palermos Wandmalerei hatte vier Farben. Die schmalen Wände von Sixteen Walls sind in diesen vier Farben gestrichen, und zwar auf der ersten Wand von links nach rechts, nach dem (deutschen) Alphabet geordnet. Dieselben Farben befinden sich auf den gegenüber liegenden Wänden: Blau gegenüber Blau usw. Die Architektur bestimmte die Lage und die Maße der gestrichenen Flächen und Palermos Wandmalerei bestimmte die Farben. Palermos Wandmalerei bestand aus schmalen Farbstreifen, die im Verhältnis zur Wand wie Linien wirkten. Die Farbflächen von Sixteen Walls sind nicht derart schmal, aber doch so schmal, dass sie wie Linien wirken könnten. Hier bedeckt die Farbe die ganzen Flächen, wodurch jede dieser Flächen zu einer Wand wird. Wie einige andere meiner Arbeiten, die ich in Relation zur Architektur machte, kann Sixteen Walls nicht von einem einzelnen Blickwinkel aus erfasst werden."

Morgan Fisher, anlässlich seiner Einzelausstellung "Translations" im Museum Abteiberg, Oktober 2011



Morgan Fisher

Morgan Fisher (*1942 in Washington DC, lebt und arbeitet in Los Angeles) wurde in den frühen 1970er Jahren als ein Experimentalfilmer bekannt. Er produzierte Filme, die der Philosophie des Strukturalismus zugeordnet wurden und das Massenmedium Film untersuchten. Dabei entstanden auch mehrere Installationen. In den späten 1990er Jahren begann Fisher, zunächst Gemälde, dann auch Installationen aus Gemälden zu zeigen. Sie wurden in den USA und in Europa ausgestellt, unter anderem im Neuen Aachener Kunstverein 2002 und im Stedelijk Museum Amsterdam 2010. 2009 erweiterte und verband er im Frankfurter Portikus die Ideen seiner filmischen und malerischen Auseinandersetzung zu einer großen räumlichen Installation. Fisher studierte zunächst Kunstgeschichte, in Harvard von 1960 bis 1964, bevor er in Los Angeles zum Film wechselte. Er arbeitete danach für mehrere Jahre in Hollywood, zumeist als Cutter und entwickelte aus dieser Erfahrung heraus seine Experimentalfilme, die in führenden Festivals zu sehen waren, so auch in Berlin und Oberhausen: Sie verwiesen auf das moderne Massenmedium Film. Sie stellten dar, woraus sich seine Formate und Mittel erklären, und führten Aspekte der Filmindustrie vor Augen, die normalerweise versteckt und unerkannt sind. Fishers malerische Arbeit hat ähnliche Prinzipien. Die Gemälde stellen die Ursprünge ihrer Größen und Formate dar, sie demonstrieren und hinterfragen zugleich die Konventionen, nach denen Gemälde präsentiert und angeschaut werden.

Der Ausgangspunkt von Fishers malerischem Werk ist die monochrome Malerei, die mehr als jede andere moderne Malerei auf Charakteristika von Größe und Form hinweist. Fisher macht die Größe und Form seiner monochromen Arbeiten zum Bedeutungsträger und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Ganze dieses Gemäldes und dessen Beziehung zur Wand. So präsentiert er Gruppen von Gemälden, mit denen die Betrachter in die Lage versetzt werden, ein jedes dieser Gemälde mit den anderen zu vergleichen. Ein wichtiger Hintergrund seiner malerischen Arbeit ist die Architektur, sie definiert nicht nur die Größe und Form seiner Gemälde, sondern ebenso die Position der Hängung. In den jüngeren Werkgruppen determiniert die Architektur eine Teilung der Gemälde, so dass diese in keiner Perspektive komplett wahrgenommen werden können; ein Widerstand gegen die Erwartung, dass sich das Gemälde mit einem Blick völlig und ganz erschließt.